Luxus-Elektroautohersteller
Lucid taumelt: Fast 1 Milliarde Verlust, gesenkte Ziele, Geld aus Saudi-Arabien
Lucid rutscht tiefer in die Verlustzone und senkt erneut seine Produktionsziele. Trotz saudischer Milliardenhilfe kämpft der US-E-Autobauer mit Problemen beim neuen SUV Gravity. Die Aktie fällt nachbörslich.
- Lucid meldet 978,4 Mio. USD Verlust im Q3 2023.
- Produktionsziele auf 18.000 Fahrzeuge gesenkt.
- Aktie fällt nachbörslich um über 1 Prozent.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Im dritten Quartal meldete der US-amerikanische Luxus-Elektroautohersteller einen Verlust von 978,4 Millionen US-Dollar bzw. 3,31 US-Dollar je Aktie. Bereinigt um Sondereffekte belief sich das Minus auf 2,65 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten lediglich mit einem Verlust von 2,27 US-Dollar je Aktie gerechnet. Zwar kletterte der Umsatz um 68 Prozent auf 336,6 Millionen US-Dollar, er blieb jedoch ebenfalls hinter den Prognosen zurück.
Lucid senkte zudem erneut seine Produktionsziele. Anstelle von 18.000 bis 20.000 Fahrzeugen sollen in diesem Jahr nur rund 18.000 Einheiten vom Band laufen. Auch die geplanten Investitionen wurden um 100 Millionen US-Dollar reduziert.
Zur Sicherung der Liquidität hat Lucid die bestehende Kreditlinie mit dem Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens, dem größten Anteilseigner, von 750 Millionen auf rund zwei Milliarden US-Dollar aufgestockt. Damit verfügt der Konzern über eine Gesamtliquidität von 5,5 Milliarden US-Dollar, die laut Management bis in die erste Jahreshälfte 2027 reichen soll.
Interims-CEO Marc Winterhoff betonte, Lucid konzentriere sich auf die Hochlaufphase des "Gravity und auf die Bewältigung massiver Lieferkettenprobleme", von denen die gesamte Branche betroffen sei. Finanzchef Taoufiq Boussaid gab zu, dass die Produktion des SUV zwar wachse, aber noch auf "unbedeutendem Niveau" liege.
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten plant Lucid, die Auslieferungen des Modells "Gravity" im Schlussquartal deutlich auszuweiten. Parallel dazu arbeitet das Unternehmen an einem kompakteren E-Modell, dessen Produktion frühestens Ende 2026 beginnen dürfte.
Während Rivian jüngst mit starken Zahlen und steigenden Auslieferungen überraschte, hat die Lucid-Aktie seit Jahresbeginn über 40 Prozent verloren – trotz eines Aktiensplits im Verhältnis 1:10 im Sommer. Anleger hoffen nun, dass die saudische Milliardenhilfe den Elektroautobauer wieder auf Kurs bringt.
Im nachbörslichen Handel an der Nasdaq fiel die Aktie um mehr als ein Prozent auf 17,02 US-Dollar je Anteilschein.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

