Vom Hype zum Hassobjekt?
Hedgefonds stürzen sich auf Xiaomi – Short-Wetten steigen um 53 Prozent
Vor den Quartalszahlen nimmt der Druck zu: Goldman Sachs hat einen 53-Prozent-Anstieg bei Leerverkäufen gegen Xiaomi gemeldet. Die Analysten sehen das Papier als "Konsens-Short".
- Leerverkäufe gegen Xiaomi steigen um 53 Prozent.
- Analysten sehen Xiaomi als "Konsens-Short".
- Produktionsprobleme und Sicherheitsbedenken belasten.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die Skepsis gegenüber Xiaomi wächst deutlich. Laut einem aktuellen Bericht von Goldman Sachs verstärken Hedgefonds ihre Short-Positionen gegen den chinesischen Technologiekonzern massiv. Im sogenannten Prime Book der Bank stiegen die Leerverkaufspositionen in der vergangenen Woche um 53 Prozent. Auch an den High-Touch-Desks sei es zu vermehrten Verkäufen gekommen, angeführt von Pensions- und Hedgefonds, heißt es in einer Mitteilung der Goldman-Vertriebsabteilung. Das Fazit der Analysten: Xiaomi sei "zumindest kurzfristig ein Konsens-Short/Sell", da dem Unternehmen klare Katalysatoren fehlten.
Die Zurückhaltung hängt vor allem mit Produktionsproblemen, schwacher Nachfrage und Sicherheitsbedenken bei den Elektrofahrzeugen zusammen. Der Optimismus, der Anfang des Jahres noch mit dem Markteintritt in den E-Auto-Sektor einherging, hat sich damit ins Gegenteil verkehrt. Seit dem Hoch Anfang Juli hat die Aktie über 25 Prozent verloren – ein Rückschlag, der durch einen tödlichen Unfall mit einem Xiaomi-Fahrzeug im Oktober zusätzlich verschärft wurde.
Goldman Sachs hat zusätzlich sein Kursziel zuletzt um mehr als zehn Prozent gesenkt und auf steigenden Margendruck durch teurere Speicherchips verwiesen. Die Investmentbank Haitong kürzte ihre Einschätzung ebenfalls, was kurz vor den anstehenden Quartalszahlen die Nervosität weiter befeuert. Xiaomi wird seine Ergebnisse für das dritte Quartal am 18. November veröffentlichen. Laut einer von Bloomberg erstellten Konsensschätzung erwarten Analysten ein Umsatzwachstum von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr – doch die Marktstimmung bleibt gedrückt.
Die Aktie zeigt sich in dieser Woche erneut schwach. Marktbeobachter führen die Underperformance auf die "unsichtbare Hand der Shortseller" zurück, die mit massiven Leerverkäufen zusätzlichen Druck erzeugen.
Fundamental betrachtet läuft es im Kerngeschäft besser als die Börsenbewertung vermuten lässt. Das Unternehmen konnte im Elektroauto-Segment zuletzt mit neuen Modellen wie dem SUV YU7 Fortschritte erzielen. Dennoch dominiert an der Börse die Angst vor weiteren Kursverlusten. Ob die kommenden Quartalszahlen die Wende einleiten oder den Pessimismus der Hedgefonds bestätigen, entscheidet sich in wenigen Wochen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Die Xiaomi Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,65 % und einem Kurs von 4,880EUR auf Tradegate (06. November 2025, 13:01 Uhr) gehandelt.

