Rallye noch nicht vorbei
300 Prozent in 2 Monaten: Was ist los mit dieser Langweiler-Aktie?
Die Abspaltung von Western Digital hat Sandisk neues Leben eingehaucht – und die Aktie ist aktuell nicht zu stoppen. Analysten sehen sogar noch Luft nach oben.
- Sandisk-Aktie vervierfacht seit September auf 210 USD.
- Analysten sehen weiteres Potenzial bis 230 USD.
- Starke Nachfrage nach SSDs treibt Umsatz und Margen.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Seit Anfang September hat sich der Kurs vervierfacht. Von knapp über 50 US-Dollar ging es rauf über 210 US-Dollar. Die Aktie des Herstellers von Speichermedien wie USB-Sticks ist auf den ersten Blick zwar deutlich weniger glamourös als die Halbleiterstars der Wall Street. Aber in Sachen Performance läuft das Unternehmen, das erst seit 2024 eigenständig an der Börse gelistet ist, momentan allen davon.
Tatsächlich liefert das Unternehmen auch operativ ab: Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 1,9 Milliarden US-Dollar. Besonders erfreulich: Die Bruttomarge legte gegenüber dem Vorquartal um 3,7 Prozentpunkte auf 26,4 Prozent zu – und soll laut Ausblick im laufenden Quartal sogar auf bis zu 29,5 Prozent klettern. Ein Grund dafür ist die leichte Erholung der Flash-Preise. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gigabyte NAND stieg im Quartalsvergleich im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Trotz eines bereits beeindruckenden Kursanstiegs sieht die Bank of America bei der Aktie weiteres Potenzial. Analyst Wamsi Mohan zeigt sich in einer aktuellen Studie überzeugt, dass der Markt die Aktie noch nicht vollständig eingepreist hat – insbesondere vor dem Hintergrund eines starken Memory-Zyklus. Er hebt sein Kursziel auf 230 US-Dollar an. Das würde weitere gut 10 Prozent Aufwärtspotenzial bedeuten.
Mohan erwartet, dass sich das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von aktuell rund 2 auf 3 bis 4 steigern könnte. Als Treiber nennt er eine deutlich stärkere Nachfrage aus den Rechenzentren, die inzwischen spürbar auf die Preisentwicklung durchschlägt. Zusätzlich führt ein absehbarer Engpass bei klassischen Festplatten zu einer steigenden Nachfrage nach modernen Solid-State-Drives (SSDs), bei denen Sandisk zunehmend Marktanteile gewinnt.
Der Analyst rechnet mit dauerhaft zweistelligen Wachstumsraten im Cloud-Segment – und mit steigenden Umsätzen, Margen und Gewinnen schon kurzfristig. Den großen Hebel sieht Mohan jedoch ab dem zweiten Halbjahr 2026, wenn Sandisk mit der neuen BiCS8-Technologie bei Enhanced-SSDs (eSSDs) durchstarten dürfte.
Sein Fazit: Die Aktie sei trotz der jüngsten Rallye noch nicht überbewertet – im Gegenteil. Der Markt unterschätze derzeit noch die strukturellen Wachstumstreiber im Speicherbereich. Anleger könnten sich laut Bank of America auf eine Neu-Bewertung der Aktie einstellen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
