Crédit Mutuel Asset Management
COP 30: zwischen Klimazielen und der Politisierung von ESG-Themen
- COP30: Fortschritte bei Klimazielen ungewiss
- Politische Instrumentalisierung hemmt Klimaschutzmaßnahmen
- Private Equity zeigt überdurchschnittliche Nachhaltigkeitsperformance
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COP 30: zwischen Klimazielen und der Politisierung von ESG-Themen Text fertiggestellt am 27. Oktober 2025 |
Von Marie LASSEGNORE, CFA, Head of Financial and ESG Analysis und Mitglied des Executive Committee von Crédit Mutuel Asset Management
Crédit Mutuel Asset Management ist eine Asset-Management-Gesellschaft der La Française Gruppe, der Holdinggesellschaft des Asset-Management-Geschäftsbereichs der Crédit Mutuel Alliance Fédérale.
Im Vorfeld der für den 10. November geplanten COP30 haben zahlreiche Forschungsberichte die seit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens erzielten Fortschritte bewertet. Diese Fortschritte sind zwar unbestreitbar, doch die potenziellen Auswirkungen neuer nationaler Ambitionen bleiben ungewiss. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Was können oder sollten wir von dieser 30. Ausgabe erwarten?
Politische Instrumentalisierung von Klimafragen
Unsere kollektiven gesellschaftlichen Widersprüche hindern uns daran, die für den Umstieg und die Anpassung notwendigen Maßnahmen zu beschleunigen. Obwohl 89 % der Weltbevölkerung im Jahr 2024 ihre Unterstützung für eine strengere Klimapolitik bekundeten[1], stimmte die Hälfte der Weltbevölkerung für Politiker oder Parteien, die ESG-Themen (Environmental, Social and Governance) skeptisch gegenüberstehen – sei es aus Überzeugung oder aus Opportunismus.
Die Politisierung von Klimafragen hat in den COP-Verhandlungen keinen legitimen Platz, die nach wie vor die einzige Plattform sind, auf der koordinierte und einheitliche globale Maßnahmen für den Übergang und die Anpassung gefördert werden können. Obwohl fast ein Drittel der Länder, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben, ihre aktualisierten nationalen Dekarbonisierungspläne für 2030 noch nicht vorgelegt haben, haben die bereits unternommenen Anstrengungen die Prognosen für die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts von ursprünglich +4 °C auf +2,7 °C gesenkt.[2] Die Richtung ist vielversprechend, aber um diesen Kurs zu halten, ist der Einsatz von Finanzmitteln nun unerlässlich. In diesem Zusammenhang wird die jährliche Mobilisierung von 1,3 Billionen US-Dollar bis 2035[3] zur Unterstützung der Finanzierung des Klimawandels und der Anpassung an den Klimawandel ein Schlüsselelement der COP30 sein.

