Reise- + Freizeitwerte leiden
EU-Aktienmärkte schwächeln: Bei diesen Aktien müssen Sie aufpassen!
Europas Börsen schwächeln erneut. Während die Autowerte stabil bleiben, brechen die Reiseaktien ein. IAG enttäuscht, Rightmove stürzt gar um 25 Prozent ab. Das Softwareunternehmen Amadeus IT punktet mit starken Zahlen.
- Europas Börsen schwächeln, Reiseaktien stark betroffen.
- IAG und Rightmove enttäuschen, Aktien stürzen ab.
- Amadeus IT überzeugt mit starken Quartalszahlen.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag wieder geschwächelt. Die Erholungsansätze am Vortag haben sich damit als kurzlebig erwiesen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,55 Prozent auf 5.580,14 Punkte. Außerhalb der Eurozone sank der britische FTSE 100 um 0,5 Prozent auf 9.687,02 Punkte, während der Schweizer SMI um 0,37 Prozent auf 12.253,44 Punkte sank.
Damit hielt die Vorsicht nach dem jüngsten Höhenflug, der vor allem von US-Technologiewerten getragen wurde, an. Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege vom Broker RoboMarkets erläuterte dazu: "Hochnervöse Anleger rund um den Globus diskutieren weiter die Frage, ob der Hype um das Thema Künstliche Intelligenz zu einer Blase geführt hat, die zeitnah platzen könnte."
Bei zumeist überschaubaren Veränderungen waren die Autowerte der stärkste Sektor. Marktexperte Andreas Lipkow stellte dazu fest: "Die Automobilbranche hat in den letzten Handelsmonaten bereits hohe Kursverluste hinnehmen müssen und zeigt sich am heutigen Handelstag als Fels in der Brandung."
Im Streit um Chips des Autobranchenzulieferers Nexperia zeichnet sich weitere Entspannung ab. China habe Exportverbote für Halbleiter von Nexperia aufgehoben, sagte Philipp von Hirschheydt, Chef des Autozulieferers Aumovio , am Freitag der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Schlusslicht waren die Reise- und Freizeitwerte, bei denen die Verluste von International Airlines Group ins Kontor schlugen. Die Aktie fiel nach den Zahlen zum dritten Quartal um 8,2 Prozent. Nach Air France-KLM, das am Vortag nach der Vorlage neuer Geschäftszahlen eingebrochen war, blieb damit ein weiteres Unternehmen aus der europäischen Luftverkehrsbranche hinter den Erwartungen zurück.
Die weltweite Nachfrage nach Flugreisen blieb in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurück. Der internationale Luftfahrtverband IATA senkte seine Wachstumsprognose für 2025 im Juni von 8 Prozent auf 5,8 Prozent und verwies auf ,"eine US-Handelspolitik, die den Protektionismus auf ein seit Jahrzehnten nicht gesehenes Niveau gehoben hat".
Auf Bezug zu dem Quartalsergebnis von IAG sprachen Analysten von Bernstein Research davon, dass die Zahlen leicht unter den Erwartungen gelegen hätten. Aarin Chiekrie, Analyst vom Vermögensverwalter Hargreaves Meltdown, begründete die starke Kursreaktion mit den hohen Erwartungen des Marktes. Er ergänzte aber, die Bewertung der Aktie erscheine angesichts Markstellung, Bilanzstärke, Aktionärspolitik und zahlreichen Wachstumstreibern günstig.
Bei einem anderen Unternehmen, das die notwendige Infrastruktur für den Reiseverkehr anbietet, sah es besser aus. Die Aktien des Spezialisten für Buchungssoftware, Amadeus IT, kamen gut an und ließen diese um bis zu 4 Prozent steigen. Die Analysten von Jefferies sprachen von einem soliden Zahlenwerk zum dritten Quartal. Der bereinigte Gewinn des Unternehmens im dritten Quartal belief sich auf 370,2 Millionen Euro (431,73 Millionen US-Dollar) und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 359,7 Millionen Euro, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Unter den den kleineren Werten brach die Aktie von Rightmove ein. Die Aktie des britischen Pendants zu Scout24 verlor nach einem enttäuschenden Ausblick auf das kommende Jahr fast 25 Prozent. Grund ist der, dass das Unternehmen seine Gewinnprognose drastisch senkte und massive Investitionen in Künstliche Intelligenz ankündigte.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
