Guide für Langfristinvestoren
Risiko wird belohnt: Was für Buy-and-Hold-Anleger wirklich zählt
Eine neue Langzeitstudie der Deutschen Bank zeigt: Wer Rendite sucht, sollte sich von kurzfristigen Schwankungen nicht beirren lassen. Historisch schlägt nichts den Zinseszinseffekt von Aktien.
- Langfristige Aktienrendite übertrifft andere Anlagen.
- Risikoaversität führt zu Verlusten bei Anlegern.
- Günstige Bewertungen steigern langfristige Erträge.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Das Research Institute der Deutschen Bank hat in einer historischen Mammutanalyse untersucht, wie Aktien, Anleihen, Gold und Bargeld über mehr als 200 Jahre abgeschnitten haben – und welche Faktoren langfristig den Unterschied machen.
Das Fazit: Wer Risiko scheut, verliert. Laut der Studie erzielten globale Aktien inflationsbereinigt im Schnitt 4,9 Prozent Rendite pro Jahr, während Staatsanleihen auf 2,6 Prozent kamen und Gold mit 0,4 Prozent weit abgeschlagen blieb. Bargeld vernichtete real sogar zwei Prozent jährlich. Über den langen Zeitraum zeigt sich klar: Anleger wurden für Mut und Geduld belohnt, insbesondere durch Dividenden und Zinseszinsen.
Bemerkenswert ist der Blick auf die jüngere Vergangenheit: Seit der Jahrtausendwende hat Gold mit 7,45 Prozent pro Jahr Aktien und Anleihen übertroffen. Dagegen erzielten US-Aktien nur 5,8 Prozent, deutsche 3,9 Prozent und britische 3,3 Prozent. Dennoch bleibt das Edelmetall laut Studie ein Ausnahmephänomen, da es keine laufenden Erträge abwirft. Langfristig dominieren weiter Aktien und Bonds.
Die Deutsche Bank zeigt zudem, dass Ausgangsbewertungen entscheidend sind: Günstig bewertete Aktienmärkte erzielten über 70 Jahre hinweg 20,2 Prozent pro Jahr, während hoch bewertete Märkte nur auf 11,4 Prozent kamen. Auch hohe Startzinsen und Wachstumsraten führen später zu besseren Anleiheerträgen.
Mit Blick auf die aktuelle Marktphase bereiten den Analysten jedoch bei den Fundamentaldaten Sorgen: Das nominale Wachstum in den Industrieländern ist so niedrig wie seit 150 Jahren nicht mehr. Hinzu kommen alternde Gesellschaften – 32 von 56 Volkswirtschaften werden bis 2050 schrumpfen. Das bremst Produktivität und Unternehmensgewinne. Hoffnungsträger: Technologie und künstliche Intelligenz könnten den Trend abfedern.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Der MSCI World Index wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,21 % und einem Kurs von 4.319PKT auf Ariva Indikation (07. November 2025, 22:15 Uhr) gehandelt.
