wO-Heimspiel
Deutsches Start-Up in aller Munde: Koch-Roboter mit einer Prise Rüstungsfantasie
Der Robotik-Spezialist Circus startet mit seiner KI-Küche in die Skalierung. Pilotprojekt läuft, Patente gesichert, Militär-Deals in Sicht. Wächst hier das nächste deutsche Einhorn heran?
- Circus startet KI-Küche, Pilotprojekt in München.
- Kooperation mit Meta: KI-Modell Llama integriert.
- Expansion in Verteidigungsindustrie mit Circus Defence.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Das Hamburger Start-up Circus SE hat gemeinsam mit Meta, dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram, einen KI-gesteuerten Kochroboter entwickelt – und liefert nun die ersten Serienmodelle aus. Der CA-1 genannte Roboter wird ab Oktober im Münchner Meta-Büro eingesetzt. Dort soll die smarte Küche nicht nur Mitarbeiter versorgen, sondern auch zeigen, wie Essenszubereitung der Zukunft aussieht: automatisiert, effizient – und standardisiert.
Meta bringt dabei mehr als nur Kapital ein: Das firmeneigene KI-Modell Llama wird direkt in die Robotersteuerung integriert. Die Software koordiniert über mehrere Agenten hinweg Zutatenmanagement, Wartung und Zubereitung – inklusive Nährwertberechnung. Für Circus-CEO Nikolas Bullwinkel ist das nur der Anfang: Man entwickle gemeinsam mit Meta "eine neue Stufe agentischer Intelligenz" für die automatisierte Verpflegung.
Vor zwei Wochen erst hatte das Unternehmen seine erste Kochstation in einem Düsseldorfer Rewe-Supermarkt vorgestellt. Unter der Eigenmarke "Fresh & Smart" bereitet das System warme Gerichte ohne menschliches Personal zu – ein Novum im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Wirtschaftlich ist das Projekt ambitioniert kalkuliert: Laut Circus lohnt sich der Einsatz des CA-1 ab rund 100 verkauften Mahlzeiten pro Tag. Die Preise starten bei 3,50 Euro.
Die Circus-Aktie hat seit dem Startschuss kräftig zugelegt. Kein Wunder: Die Partnerschaft mit Rewe gilt als kommerzieller Ritterschlag für das junge Robotik-Unternehmen. Sollte die Testphase bei einem der größten Einzelhändler des Landes ein Erfolg werden, könnte sich hier ein Riesenmarkt eröffnen.
Neben der Zivilgastronomie streckt Circus seine Fühler auch in Richtung Verteidigungsindustrie aus. Vor kurzem wurde eine Tochterfirma namens Circus Defence gegründet. Ziel der Gründung ist es, das Produktportfolio für autonome KI-Robotik- und Infrastruktursysteme im Verteidigungssektor deutlich auszubauen. Die neue Gesellschaft konzentriert sich auf mobile, containerisierte KI-Robotiksysteme für schnellen Aufbau, vollautonomen Betrieb und minimalen Personalaufwand, basierend auf der bestehenden KI-Robotik-Plattform von Circus.
Die US-Investmentbank Cantor Fitzgerald hat die Circus-Aktie in dieser Woche mit einem Buy-Rating in die Bewertung aufgenommen und ein Kursziel von 40,60 Euro ausgerufen – rund 50 Prozent über dem aktuellen Niveau. Besonders positiv sehen die Analysten die Technologieführerschaft im Bereich KI-Robotik sowie die starke Positionierung bei autonomen Systemen für Verteidigung und Infrastruktur.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Circus Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -9,22 % und einem Kurs von 18,70EUR auf Tradegate (07. November 2025, 22:26 Uhr) gehandelt.
