Carsten Stork
Weizen rutscht weiter ab – Shorts steigen, Saisonalität spricht gegen eine Erholung
Der Weizen-Future hat sich in der vergangenen Woche erneut schwach gezeigt und 0,69 % verloren, mit einem Wochenschluss bei 538,5 US-Cent pro Bushel. Damit setzt der Markt seine zähe Abwärtsbewegung fort, in der jede kleine Erholung sofort wieder …
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Der Weizen-Future hat sich in der vergangenen Woche erneut schwach gezeigt und 0,69 % verloren, mit einem Wochenschluss bei 538,5 US-Cent pro Bushel. Damit setzt der Markt seine zähe
Abwärtsbewegung fort, in der jede kleine Erholung sofort wieder verkauft wird. Fundamentale Impulse fehlen weitgehend, und die geringe Liquidität rund um die US-Feiertage hat die ohnehin fragile
Lage eher verstärkt als stabilisiert.
Die COT-Daten, die aufgrund des Government Shutdowns nun nachgeliefert wurden, zeichnen ein klares Bild: Per 17. Oktober hat das Managed Money seine Short-Positionen weiter ausgebaut und hält
inzwischen über 84.000 Kontrakte netto-short. Das ist eine strukturelle Belastung für den Markt – besonders in einer Phase, in der saisonale Muster bereits auf weitere Schwäche hindeuten.
Historisch tendiert der Weizenpreis von Ende November bis Mitte Dezember dazu, noch einmal nachzugeben, bevor sich der Markt erst gegen Jahresende oder Anfang Januar stabilisiert.
Fundamental bleiben die Nachrichten ebenfalls durchwachsen. Die jüngsten USDA-Zustandsberichte zeigen zwar leichte Verbesserungen bei der Winterweizenqualität, aber das Niveau liegt weiter klar
unter dem Vorjahr. Gleichzeitig drückt der globale Wettbewerb: Russland verkauft Rekordmengen an den Weltmarkt, während Saudi-Arabien zuletzt weniger gekauft hat als erhofft – ein Faktor, der in
Chicago sofort zu chartbedingtem Verkaufsdruck geführt hat. Starke Exporte der Konkurrenz und eine allgemein gut versorgte globale Lage halten die US-Preise unter Druck, während fehlende
China-Nachfrage zusätzliche Belastung erzeugt.
Die Mischung aus technischen Verkäufen, stark ausgebauten Short-Positionen der Fonds und einer saisonal schwachen Phase sorgt dafür, dass der Markt aktuell keinen Boden findet. Mit der dünnen
Feiertags-Liquidität verstärken sich kleine Impulse überproportional, was den Abwärtstrend kurzfristig sogar beschleunigen kann.
Fazit:
Weizen bleibt ein Markt ohne klare bullishe Katalysatoren. Die stark steigende Short-Positionierung des Managed Money, eine fundamental gut versorgte Weltlage und die saisonale Schwächephase
sprechen für anhaltenden Druck bis mindestens Mitte Dezember. Erst danach könnte sich ein stabileres Umfeld bilden – solange bleibt der Trend klar abwärtsgerichtet.
Verfasst von Renditemanufaktur
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