Carsten Stork
Bitcoin-Future: Starke Erholung nach Kapitulation – aber der Weg bleibt anspruchsvoll
Der Bitcoin-Future hat sich in dieser Woche deutlich stabilisiert und die Woche mit einem Plus von 7,33 % bei 91.500 US-Dollar beendet. Nach dem scharfen Ausverkauf der Vorwoche – mit einem Tief im Bereich von 80.000 US-Dollar am 21. November – …
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Der Bitcoin-Future hat sich in dieser Woche deutlich stabilisiert und die Woche mit einem Plus von 7,33 % bei 91.500 US-Dollar beendet. Nach dem scharfen Ausverkauf der Vorwoche – mit einem Tief im
Bereich von 80.000 US-Dollar am 21. November – setzte genau am richtigen Zeitpunkt eine deutliche Gegenbewegung ein. Die Äußerungen von John Williams am Freitag der Vorwoche, die die Erwartungen
einer Zinssenkung am 10. Dezember weiter gefestigt haben, verhinderten dabei einen noch tieferen Abverkauf im gesamten Kryptokomplex. Die Reaktion im Bitcoin war entsprechend kraftvoll, dennoch
liegt der Future weiterhin 28,37 % unter seinem Allzeithoch vom 6. Oktober 2025.
Die vergangenen zwei Wochen waren von einer außergewöhnlichen Kapitulation geprägt. Nach Daten von Glassnode hat der Markt den größten Verlustdruck seit Beginn dieses Zyklus erlebt – insbesondere
von kurzfristigen Haltern, die unter dem abrupten Momentumbruch massiv realisierte Verluste verbuchten. Erst mit der Verteidigung der Zone um 80.000 US-Dollar setzten verstärkt Käufe ein. Auch das
Sentiment hat sich leicht verbessert: Der Crypto Fear & Greed Index verließ nach 18 Tagen erstmals den Bereich „Extreme Fear“ und stieg auf 28 Punkte. Typischerweise markieren solche Phasen der
extremen Furcht lokale Tiefs.
Technisch bleibt die Situation dennoch herausfordernd. Der Future notiert weiterhin unter der 50-Wochen-Linie, die im gesamten Aufwärtstrend des Jahres 2025 als verlässliche Unterstützung diente
und nun als Widerstand wirkt. Entscheidend für die kommenden Wochen werden die großen Angebotszonen, die im Bereich von 93.000 bis 96.000 US-Dollar sowie zwischen 100.000 und 108.000 US-Dollar
liegen. Diese Cluster stammen aus früheren Kaufphasen im oberen Marktbereich und stellen potenziell starke Widerstände dar, da zahlreiche Marktteilnehmer dort auf Break-even-Niveaus warten.
Die Erholung der letzten Tage zeigt, dass der Markt bereit ist, höhere Niveaus zu testen. Gleichzeitig hat der jüngste Anstieg das strukturelle Bild noch nicht vollständig gedreht: Erst ein
nachhaltiger Ausbruch über die genannten Supply-Zonen würde die Chance eröffnen, wieder Momentum in Richtung der alten Hochs aufzubauen. Bis dahin bleibt die Struktur anfällig – insbesondere falls
der Bitcoin im Bereich von 92.000 bis 94.000 US-Dollar erneut abgewiesen wird.
Fazit:
Der Bitcoin-Future hat nach einer Phase historischer Kapitulation eine saubere technische Erholung gezeigt. Die Rede von Williams kam exakt zum richtigen Zeitpunkt und stabilisierte den Markt
spürbar. Dennoch bleibt Bitcoin mehr als 28 % unter seinem Allzeithoch – der Weg zurück ist möglich, aber führt durch mehrere strukturell relevante Widerstandsbereiche. Die nächsten Wochen
entscheiden, ob wir eine echte Trendwende sehen oder nur eine Atempause im laufenden Korrekturmodus.
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