Carsten Stork
Kaffee startet stark in die Jahresendphase – Nachfrage trifft auf angespannten Markt
Der Kaffee-Future an der ICE US hat in der vergangenen Woche deutlich zugelegt und mit einem Wochenplus von 1,83 % bei 378,95 US-Cent geschlossen. Nach dem kurzzeitigen, politisch bedingten Abverkauf infolge der Aufhebung der US-Zusatzzölle unter …
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Der Kaffee-Future an der ICE US hat in der vergangenen Woche deutlich zugelegt und mit einem Wochenplus von 1,83 % bei 378,95 US-Cent geschlossen. Nach dem kurzzeitigen, politisch bedingten
Abverkauf infolge der Aufhebung der US-Zusatzzölle unter Donald Trump hat sich der Markt bemerkenswert stabilisiert und zeigte über die gesamte Woche hinweg ein sauberes Erholungsmuster. Das
Kaufinteresse ist klar erkennbar – trotz der Volatilität bleibt die Nachfrage strukturstark und unterstützt die Preise.
Fundamental bleibt das Umfeld angespannt. Die globalen Lieferketten stehen weiterhin unter Druck: Brasilien kämpft mit geringeren Ernteerträgen und anhaltenden Qualitätsproblemen, während Vietnam –
der wichtigste Produzent von Robusta – unter extremen Regenfällen leidet. Die Kombination aus schwacher Erntequalität und verzögerten Lieferungen hat den Markt in den vergangenen Monaten immer
enger gemacht. Gleichzeitig liegen die börslich überwachten Lagerbestände auf dem niedrigsten Stand seit März 2024, was die strukturelle Knappheit noch einmal unterstreicht.
Trotz politischer Entspannung durch die temporäre Rücknahme der US-Tarife bleibt das grundlegende Angebotsbild fragil. Viele Händler hatten auf eine stärkere Korrektur gesetzt und wurden auf dem
falschen Fuß erwischt. Das erklärt auch die schnelle Gegenbewegung: Anleger reduzierten very quickly ihre Short-Absicherungen, nachdem der Markt rasch Käufer fand. Unterstützt wird diese Dynamik
durch die Positionierung: Die COT-Daten per 17. Oktober zeigen, dass das Managed Money weiterhin netto-long ist, mit über 42.000 Kontrakten auf der Long-Seite. Das signalisiert, dass
institutionelle Anleger den Markt eher konstruktiv einschätzen und Rücksetzer bevorzugt nutzen.
Ein weiterer Faktor, der in den kommenden Wochen an Bedeutung gewinnt, ist die Saisonalität. Kaffee weist historisch ein robustes Muster auf, das in der ersten Dezemberhälfte zunehmend
Unterstützung liefert. Typischerweise erreicht der saisonale Aufwärtstrend seinen Höhepunkt zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar – eine Phase, die sich bereits in den ersten Bewegungen der
vergangenen Woche andeutet. Diese Kombination aus strukturell knapper Versorgung, saisonalem Rückenwind und stabilen Long-Positionen definiert ein Umfeld, in dem Käufer klar im Vorteil sind.
Fazit:
Der Kaffee-Future zeigt nach der tarifbedingten Schwächephase ein sauberes Comeback und profitiert von einer Mischung aus strukturell enger Versorgung, stabiler Nachfrage und positiver
Positionierung. Mit einem intakten saisonalen Rückenwind bis in den Januar hinein bleibt das Chance-Risiko-Verhältnis konstruktiv. Kurzfristige Volatilität bleibt möglich – doch das mittelfristige
Bild spricht weiterhin für Stärke.
Verfasst von Renditemanufaktur
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