Carsten Stork
Dollar Index Future – Abwärtstrend intakt, Short-Covering nimmt zu
Der Dollar Index Future setzte seinen Abwärtstrend in der vergangenen Handelswoche fort und verlor –0,66 %. Der Kontrakt schloss bei 97,735 Punkten und bestätigte damit die anhaltende Schwäche des US-Dollars zum Jahresende. Auf Jahressicht summiert …
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Der Dollar Index Future setzte seinen Abwärtstrend in der vergangenen Handelswoche fort und verlor –0,66 %. Der Kontrakt schloss bei 97,735 Punkten und bestätigte damit die anhaltende Schwäche des
US-Dollars zum Jahresende. Auf Jahressicht summiert sich der Rückgang inzwischen auf –9,76 %, was den Dollar vor das schwächste Jahresergebnis seit vielen Jahren stellt.
Die abgelaufene Woche war geprägt von dünner Liquidität und ruhigem Feiertagshandel. Fundamentale Impulse blieben überschaubar, dennoch setzte sich der übergeordnete Trend fort. Die Erwartung
weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank im kommenden Jahr bleibt ein zentraler Belastungsfaktor, während andere große Notenbanken ihre Lockerungszyklen bereits abgeschlossen haben oder sogar
wieder leicht restriktiver kommunizieren.
Besonders interessant ist die Entwicklung auf der Positionierungsseite. Die aktuellen COT-Daten (Stand: 19. Dezember) zeigen einen deutlichen Abbau der Short-Positionen im Dollar. Das Managed Money
hatte zeitweise mehr als 16.000 Kontrakte netto short gehalten, diese Positionierung jedoch zuletzt massiv reduziert. Aktuell liegt die Netto-Short-Position nur noch bei –4.595 Kontrakten. Damit
covern spekulative Investoren ihre Short-Positionen in einen fallenden Markt hinein, was auf zunehmende Vorsicht gegenüber weiterem Abwärtspotenzial hindeutet.
Dieses Verhalten spricht weniger für eine unmittelbare Trendwende als vielmehr für eine Reifephase der Bewegung. Der Markt ist sich der Dollar-Schwäche bewusst, gleichzeitig nimmt die Überzeugung
ab, das Abwärtsmomentum aggressiv weiterzuspielen. Kurzfristig erhöht das die Wahrscheinlichkeit von Gegenbewegungen oder Seitwärtsphasen, ohne den strukturellen Trend infrage zu stellen.
Technisch bleibt der Bereich unterhalb von 98 Punkten kritisch. Solange der Dollar Index keine nachhaltige Rückkehr über diese Zone schafft, bleibt das Bild angeschlagen. Unterstützung findet sich
zunächst im Bereich der jüngsten Tiefs, während größere Erholungen weiterhin verkauft werden dürften.
Fazit:
Der Dollar Index bleibt klar im Abwärtstrend, bestätigt durch eine schwache Wochen- und Jahresperformance. Das auffällige Short-Covering des Managed Money signalisiert jedoch nachlassende
Trenddynamik auf kurzfristiger Ebene. Für eine nachhaltige Bodenbildung fehlen bislang klare Signale, kurzfristig sind jedoch Konsolidierungen oder technische Gegenbewegungen möglich. Übergeordnet
bleibt der US-Dollar anfällig, solange sich die Zinserwartungen weiter zulasten der Fed verschieben.
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