Carsten Stork
Gold kennt weiter kein Limit – neue Allzeithochs im Wochentakt
Nachdem ich an dieser Stelle in der Vorwoche noch titelte, „Gold kennt keinen Deckel mehr“, muss ich mich bereits wieder korrigieren. Der Markt hat in den vergangenen Tagen erneut eindrucksvoll gezeigt, dass selbst diese Formulierung der Dynamik …
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Nachdem ich an dieser Stelle in der Vorwoche noch titelte, „Gold kennt keinen Deckel mehr“, muss ich mich bereits wieder korrigieren. Der Markt hat in den vergangenen Tagen erneut eindrucksvoll
gezeigt, dass selbst diese Formulierung der Dynamik kaum gerecht wird. Gold hat in dieser Woche ein neues Allzeithoch nach dem anderen markiert und ist zeitweise bis knapp an die 4.600-Dollar-Marke
herangelaufen.
Das neue Allzeithoch wurde bei 4.584 US-Dollar je Unze erreicht. Zum Wochenschluss notierte Gold bei 4.562 US-Dollar, was einem Wochenplus von +4,46 % entspricht. Damit steigt die Jahresperformance
inzwischen auf +72,82 % – der stärkste Jahresanstieg seit mehreren Jahrzehnten.
Bemerkenswert ist dabei nicht nur das Tempo der Bewegung, sondern auch ihre Qualität. Rücksetzer bleiben flach, werden schnell gekauft und führen bislang zu keiner nennenswerten Konsolidierung. Die
Kombination aus geldpolitischer Erwartung, geopolitischen Risiken und extrem dünner Liquidität zum Jahresende wirkt wie ein Verstärker für bestehende Trends.
Ein Blick auf die COT-Daten unterstreicht diese Einschätzung. Das Managed Money hält weiterhin eine Netto-Long-Position von 223.886 Kontrakten. Auffällig dabei: Es findet kein Abbau dieser
Positionen im steigenden Markt statt. Statt Gewinnmitnahmen zu sehen, bleibt die spekulative Seite voll investiert. Das ist ein klares Signal, dass der Markt die Bewegung nicht als Übertreibung,
sondern als strukturell getragenen Trend interpretiert.
Auch aus saisonaler Sicht bleibt das Umfeld unterstützend. Historisch zeigt Gold eine positive Tendenz bis etwa Mitte Januar, bevor es häufiger zu einer Phase der Beruhigung kommt. Dieses saisonale
Fenster ist aktuell weiterhin offen und deckt sich mit der beobachteten Marktstärke.
Fazit:
Gold befindet sich weiterhin in einem außergewöhnlich starken Bullenmarkt. Neue Allzeithochs, eine hohe und stabile Long-Positionierung des Managed Money sowie eine unterstützende Saisonalität
sprechen gegen eine kurzfristige Trendwende. Rücksetzer bleiben bislang technische Pausen innerhalb eines intakten Aufwärtstrends. Solange sich an der geldpolitischen Großwetterlage und der
geopolitischen Unsicherheit nichts grundlegend ändert, bleibt Gold klar strukturell unterstützt – auch wenn die Dynamik kurzfristig jederzeit in eine volatilere Phase übergehen kann.
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