Carsten Stork
Gaspreise rutschen weiter – trotz winterlicher Risiken
Der TTF Natural Gas Future war in der vergangenen Woche erneut schwach und verlor –4,84 %, mit einem Wochenschluss bei 27,30 €/MWh – dem niedrigsten Niveau seit April 2024. Die Preise bewegen sich damit in einem Umfeld, das wetter- und geopolitisch …
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Der TTF Natural Gas Future war in der vergangenen Woche erneut schwach und verlor –4,84 %, mit einem Wochenschluss bei 27,30 €/MWh – dem niedrigsten Niveau seit April 2024. Die Preise bewegen sich
damit in einem Umfeld, das wetter- und geopolitisch äußerst sensitiv ist.
Obwohl die Lagerstände in Europa über dem 5-Jahres-Durchschnitt liegen, fällt auf, dass Deutschland nur noch knapp über 60 % gefüllt ist – und der eigentliche Winter noch bevorsteht. Parallel
wirken globale Faktoren dämpfend: Rekord-LNG-Exportmengen aus den USA sowie weiterhin solide Pipeline-Zuflüsse aus Norwegen halten den europäischen Markt gut versorgt. Die asiatische LNG-Nachfrage
war zuletzt schwach, was zusätzlich stabilisierend wirkt.
Geopolitisch bleibt der Einfluss hoch: Die laufenden US-vermittelten Waffenstillstandsgespräche zwischen Russland und der Ukraine haben die Aussicht geweckt, dass Sanktionen auf russisches Gas
perspektivisch gelockert werden könnten. In Summe führt das zu einer strukturellen „Abwärtsverankerung“ der Preise, trotz saisonaler Risiken in den kommenden Wochen.
Fazit:
Der Preisrutsch scheint kurzfristig übertrieben. Die Lagerstände reichen für Beruhigung, aber der Winter hat noch nicht geliefert. Sollte es zu einem Kälteeinbruch kommen oder geopolitischer
Optimismus enttäuscht werden, könnte TTF schnell wieder über die 30 €/MWh schieben. Aus unserer Sicht bleibt das Chance-Risiko-Profil asymmetrisch — nicht zum Abverkaufen, sondern als Position mit
Rebound-Potenzial.
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Verfasst von Renditemanufaktur
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