Crédit Mutuel Asset Management
Die Bedingungen bleiben günstig
- Politische Spannungen zwischen USA und China verstärken Nervosität.
- Märkte reagieren empfindlich auf negative Unternehmensnachrichten.
- Zentrale Banken bleiben vorsichtig, Zinssenkungen ungewiss.
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Die Bedingungen bleiben günstig Von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management |
Politische Spannungen und Nervosität an den Märkten: Sorgen um Technologie im Mittelpunkt
Der Oktober war aus mehreren Gründen ein weiterer turbulenter Monat für die US-Politik.
Die Spannungen zwischen den USA und China verschärften sich erneut, nachdem China den Export Seltener Erden eingestellt hatte. Dies führte zu Drohungen der Amerikaner mit drastischen Zollerhöhungen. Auch hier handelt es sich eher um Angst als um tatsächliche Verluste, da nach Verhandlungen das Schlimmste zumindest für ein Jahr abgewendet worden zu sein scheint. Die Märkte haben sich an die Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt gewöhnt und gehen davon aus, dass das Worst-Case-Szenario theoretisch immer vermieden werden kann. Dies zeigt die verhaltene Reaktion der Märkte auf diese Entwicklung.
In der Innenpolitik können sich Demokraten und Republikaner nach wie vor nicht einigen und verlängern damit den Shutdown. Historisch gesehen sind die Folgen eines Shutdowns aus makroökonomischer Sicht vernachlässigbar, doch ist nicht auszuschließen, dass ein längerer Stillstand die derzeitige Nervosität an den Märkten weiter verstärkt. Der 35-tägige „Rekord“ aus Trumps Amtszeit dürfte diesmal gebrochen werden, da die momentane Situation festgefahren scheint.
Warum sprechen wir von Nervosität an den Märkten? Weil der Markt trotz einer insgesamt positiven Berichtssaison sowohl in den USA als auch in der Eurozone derzeit dazu neigt, schlechte Nachrichten hart zu bestrafen. Unternehmen, die sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn enttäuschen, verzeichnen seit Beginn der Berichtssaison (in den USA) im Durchschnitt eine Underperformance von rund 6 % zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Laut UBS ist dies die stärkste „Abstrafung“, die unterdurchschnittlich abschneidende Unternehmen seit 2005 hinnehmen mussten.

