Aktie hebt ab
Hypoport überrascht mit Gewinnsprung – kommt jetzt die Wende am Immobilienmarkt?
Steigende Umsätze, ein verdoppelter Gewinn und Rekordwerte bei der Baufinanzierung: Die Zahlen von Hypoport deuten auf eine Stabilisierung am Immobilienmarkt hin. Die Aktie schnellt hoch. (aktualisiert 14:00 Uhr)
- Hypoport: Umsatz +12%, Gewinn verdoppelt auf 24 Mio.
- Immobilienmarkt stabilisiert sich, Erholung signalisiert.
- Analysten erwarten Belebung durch staatliche Programme.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der Immobilienfinanzierer Hypoport hat im dritten Quartal 2025 Zahlen vorgelegt, die viele Marktbeobachter aufhorchen lassen. Der Konzernumsatz stieg in den ersten neun Monaten um 12 Prozent auf 459 Millionen Euro, der Rohertrag sogar um 16 Prozent auf 197 Millionen Euro. Besonders beeindruckend: Das EBIT verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf 24 Millionen Euro.
Damit sendet das Berliner Fintech ein starkes Signal in einen Markt, der nach zwei Jahren Rezession endlich wieder Tritt zu fassen scheint. Treiber des Aufschwungs ist laut Hypoport die Erholung der privaten Immobilienfinanzierung. Gründe dafür sind eine sinkende Attraktivität des Mietmarktes, leicht steigende Immobilienpreise und eine zunehmende Aktivität auf den digitalen Plattformen Europace, Finmas und Genopace.
Im wichtigsten Segment Real Estate & Mortgage Platforms schnellte der Rohertrag um 20 Prozent auf 122 Millionen Euro in die Höhe, das EBIT legte um 58 Prozent zu. Auch das Geschäft mit der Wohnungswirtschaft erholte sich – trotz weiterhin gedämpfter Neubautätigkeit.
Branchenkenner werten die Zahlen als mögliches Frühindikator-Signal für eine Trendwende am Immobilienmarkt. Nach dem Zins-Schock der Jahre 2022 und 2023 hatten viele Banken das Neugeschäft drastisch zurückgefahren. Nun scheint sich die Finanzierungstätigkeit wieder zu normalisieren – ein Hinweis, dass Kaufinteressenten wieder Vertrauen fassen.
Analysten sehen darin mehr als nur eine Zwischenrallye. Mit Blick auf das vierte Quartal erwarten Ökonomen eine zunehmende Belebung im gesamten Immobiliensektor, da staatliche Investitionsprogramme und moderatere Finanzierungskosten die Nachfrage stützen. Das ifo Institut hatte bereits im Juli 2025 erklärt, dass sich das Geschäftsklima im Wohnungsbau merklich aufgehellt habe.
Hypoport-CEO Ronald Slabke gibt sich jedenfalls zuversichtlich: "Die Erholung unseres wichtigsten Marktes hält an – und 2026 wollen wir auch beim Ertrag neue Rekorde erreichen." Sollte sich dieser Trend bestätigen, könnte Hypoport nicht nur ein Gewinner des Zinsumschwungs sein – sondern der erste klare Hinweis darauf, dass der deutsche Immobilienmarkt vor einem Comeback steht.
Die Hypoport-Aktie schnellte am Montag im Xetra-Handel in der Spitze um 12,2 Prozent hoch und notierte zuletzt (14:00 Uhr) noch 5,6 Prozent fester bei 121,00 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie damit aber immer noch mehr als 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
