Nach Milliarden-Poker
Novo Nordisk gibt auf – Anleger jubeln
Der Pharmariese steigt nach kartellrechtlichen Bedenken aus dem Übernahmeduell mit Pfizer aus. Anleger atmen auf.
- Novo Nordisk zieht sich aus Übernahme von Metsera zurück.
- Pfizer sichert sich Metsera mit 10-Milliarden-Angebot.
- Markt für Adipositas-Medikamente wächst rasant.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Novo Nordisk hat sich aus dem milliardenschweren Übernahmewettstreit um das US-Unternehmen Metsera zurückgezogen – und sorgt damit dennoch für Kursgewinne. Die Aktie des dänischen Pharmariesen stieg am Montagmorgen um rund 3 Prozent, nachdem Novo am Wochenende sein Angebot offiziell zurückzog. Damit überlässt der Wegovy-Hersteller seinem Rivalen Pfizer den Zuschlag.
Pfizer hatte am Freitagabend mit einem verbesserten Gebot von bis zu 10 Milliarden US-Dollar das Rennen gemacht und sich die Übernahme des US-Start-ups gesichert, das Medikamente zur Gewichtsreduktion entwickelt. Die neue Vereinbarung bewertet Metsera mit bis zu 85,25 US-Dollar pro Aktie, bestehend aus einer Sofortzahlung von 65,60 US-Dollar in bar und bis zu 20,65 US-Dollar in Meilensteinzahlungen.
Metseras Vorstand empfahl den Aktionären, dem Pfizer-Deal zuzustimmen. Der Abschluss wird nach der Hauptversammlung am 13. November erwartet. In einer Mitteilung begründete das Unternehmen die Entscheidung auch mit "potenziellen kartellrechtlichen Risiken in den USA" im Zusammenhang mit Novos Angebot. "Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen, darunter ein Anruf der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) wegen potenzieller Risiken im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Struktur von Novo Nordisk nach US-amerikanischem Kartellrecht, hat der Vorstand von Metsera zudem entschieden, dass die von Novo Nordisk vorgeschlagene Transaktion für Metsera und seine Aktionäre im Vergleich zur vorgeschlagenen Fusion mit Pfizer ein inakzeptabel hohes rechtliches und regulatorisches Risiko birgt", erklärte Metsera.
Für Novo Nordisk ist die Niederlage im Bieterkampf ein Rückschlag. Das Unternehmen versucht derzeit, seine Position im lukrativen Markt für Adipositas-Medikamente gegenüber dem US-Konkurrenten Eli Lilly zurückzuerobern. Erst vergangene Woche hatte Novo seine Jahresprognose zum vierten Mal in diesem Jahr gesenkt – unter anderem wegen enttäuschender Umsätze seiner Blockbuster-Präparate Wegovy und Ozempic. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 47 Prozent an Wert verloren.
Mit dem Zuschlag für Pfizer betritt der US-Pharmariese nun selbst die milliardenschwere Arena der Adipositas-Therapien – ein Markt, der in den kommenden Jahren explosionsartig wachsen dürfte. Zwar befindet sich Metseras Medikamentenpipeline noch in einem frühen Entwicklungsstadium, doch der Deal sichert Pfizer Zugang zu einer Technologie, die langfristig als Konkurrent zu Wegovy und Zepbound gelten könnte.
Damit endet ein seltener Bieterkampf in der Pharmabranche mit einem doppelten Signal: Novo Nordisk muss einen strategischen Rückschlag hinnehmen, während Pfizer mit dem Metsera-Kauf seine Ambitionen im globalen Gewichtsreduktionsmarkt deutlich macht.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

