Abschied als Berkshire-Chef
Warren Buffetts letzter Brief: Leben Sie ein Leben, das Sie verdienen
Die Finanz-und Börsenwelt hatte sich in diesem Jahr bereits vor Warren Buffett verneigt, als er seinen Abschied als CEO von Berkshire Hathaway verkündete. Hier seine letzten Grüße als Chef.
- Buffett verabschiedet sich als CEO von Berkshire Hathaway.
- Dankbarkeit für 95 Jahre und Lebensweisheiten geteilt.
- Aktienkurs wird schwanken, Amerika wird sich erholen.
- Report: Renditeturbo 2026 –
"Da Thanksgiving näher rückt, bin ich dankbar und überrascht über mein Glück, mit 95 Jahren noch am Leben zu sein", schreibt der 95-Jährige an seine Aktionäre.
Zu diesem Feiertag möchte er der Welt und vor allen Dingen seinen Aktionären treu bleiben, mit fortan einer jährlichen Mitteilung des Altmeisters.
Das Orakel von Ohama erzählt viel aus seiner Kindheit und Jugend, und das so lebendig, als wäre es erst gestern gewesen: Vor dem Leser tut sich das Omaha der 1930er auf, der kleine Warren hat Bauchschmerzen.
"Unser Hausarzt, Harley Hotz, war ein freundlicher Katholik, der mit einer schwarzen Tasche Hausbesuche machte. Dr. Hotz nannte mich Skipper und verlangte nie viel für seine Besuche. Als ich 1938 starke Bauchschmerzen hatte, kam Dr. Hotz vorbei und sagte mir nach einer kurzen Untersuchung, dass es mir am nächsten Morgen wieder gut gehen würde."
Glücklicherweise erkennt der Arzt noch, dass es sich um eine Blinddarmentzüngung handelte.
"Dann ging er nach Hause, aß zu Abend und spielte ein wenig Bridge. Dr. Hotz konnte jedoch meine etwas seltsamen Symptome nicht aus seinem Kopf bekommen und schickte mich später am Abend ins St. Catherine's Hospital, wo ich mich einer Notfall-Blinddarmoperation unterziehen musste."
In diesem Charme erzählt Buffett aus seiner Kindheit und Jugend. Und kennt dabei sogar den Namen seiner Lehrerin aus der dritten Klasse.
Er berichtet auch von Charlie Munger, seinem langjährigen Geschäftspartner. "Zu Beginn verpasste ich es um Haaresbreite, mich mit Charlie anzufreunden. Charlie, der 6 ⅔ Jahre älter war als ich, arbeitete im Sommer 1940 im Lebensmittelladen meines Großvaters und verdiente 2 Dollar für einen 10-Stunden-Tag."
Er hat große Worte für seinen 2023 verstorbenen Freund: "Mehr als 60 Jahre lang hatte Charlie einen großen Einfluss auf mich und hätte kein besserer Lehrer und beschützender großer Bruder sein können. Wir hatten Meinungsverschiedenheiten, aber nie einen Streit."
Zum Abschluss gibt er wieder weise Worte weiter, so, wie man ihn kennt, mit einer großen Portion Demut und Dankbarkeit: "Ich bin froh, sagen zu können, dass ich mich in der zweiten Hälfte meines Lebens besser fühle als in der ersten. Mein Rat: Quäle dich nicht wegen vergangener Fehler – lerne zumindest ein wenig aus ihnen und schau nach vorne. Es ist nie zu spät, sich zu verbessern. Suche dir die richtigen Vorbilder und ahme sie nach."
Und nicht zuletzt gibt er einen gut gemeinten Rat: "Entscheiden Sie, was in Ihrem Nachruf stehen soll, und leben Sie ein Leben, das Sie verdienen. Größe entsteht nicht durch das Anhäufen großer Geldsummen, großer Öffentlichkeit oder großer Macht in der Regierung. Wenn Sie jemandem auf eine von Tausenden von Arten helfen, helfen Sie der Welt. Freundlichkeit kostet nichts, ist aber auch unbezahlbar."
Ein paar Worte zur Aktie dürfen aber nicht fehlen: "Unser Aktienkurs wird weiterhin stark schwanken und gelegentlich um etwa 50 Prozent fallen, wie es unter der jetzigen Führung in den letzten 60 Jahren bereits dreimal vorgekommen ist", schreibt Buffett. "Verzweifeln Sie nicht; Amerika wird sich erholen, und die Berkshire-Aktien werden es auch."
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
Die Berkshire Hathaway Registered (B) Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,79 % und einem Kurs von 426,4USD auf Tradegate (11. November 2025, 16:04 Uhr) gehandelt.

