Risiko trifft Rendite
Milliardendeal kurz vor Abschluss: Deutsche Bank zündet Kapitalturbo
Die Deutsche Bank steht kurz vor einem milliardenschweren Risiko-Transfer mit dem Europäischen Investitionsfonds – ein Schritt zur Stärkung ihrer Bilanz.
- Deutsche Bank plant milliardenschweren Risiko-Transfer.
- SRT-Deal mit EIF stärkt Bilanz und Kapitalquote.
- Markt für Risiko-Transfers wächst rasant um 11%.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die Deutsche Bank steht laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen kurz vor dem Abschluss eines sogenannten Significant Risk Transfer-Deals (SRT) mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF). Das Geschäft bezieht sich auf ein Portfolio italienischer Autokredite im Volumen von rund einer Milliarde Euro.
Der EIF, Teil der Europäischen Investitionsbank-Gruppe, investiert regelmäßig in synthetische Verbriefungen. Dabei verbleiben die Kredite in der Bilanz der Bank, während das Risiko an externe Investoren übertragen wird. Diese Struktur erlaubt es Banken, regulatorisches Kapital freizusetzen und es gezielt für neue Kredite in Zukunftsbereichen wie Innovation oder Nachhaltigkeit einzusetzen.
Weder die Deutsche Bank noch der EIF wollten sich auf Anfrage von Bloomberg zu den laufenden Gesprächen äußern.
Fortsetzung einer bewährten Partnerschaft
Bereits im Jahr 2023 hatten die Deutsche Bank und der EIF ein ähnliches Geschäft abgeschlossen. Damals stellte die Europäische Investitionsbank eine Garantie für das Risiko bereit, das der EIF übernahm.
Mit solchen Transaktionen konnte die Deutsche Bank in den vergangenen Quartalen ihre Kapitalquote stärken. Im zweiten Quartal 2024 sicherte sich das Institut durch zwei Verbriefungen zusätzliche Spielräume und steigerte eine wichtige Kennziffer der finanziellen Stabilität. Im Juni platzierte die Bank zudem ein weiteres SRT-Geschäft über 6,9 Milliarden US-Dollar, das doppelt so groß ausfiel wie ursprünglich geplant.
Markt für Risiko-Transfers wächst rasant
Laut einem Bericht von Bloomberg Intelligence dürfte der globale Markt für SRT-Transaktionen in den kommenden zwei Jahren jährlich um durchschnittlich 11 Prozent wachsen. Neben der Deutschen Bank arbeiten derzeit auch die Commerzbank, Banco Santander und HSBC an vergleichbaren Strukturen.
Am 30. September belief sich das Exposure der Deutschen Bank aus synthetischen Risiko-Transfers auf 38,7 Milliarden Euro – ein Anstieg gegenüber 33,7 Milliarden Euro Ende 2024. Das Frankfurter Institut will seine Kapitalstrategie am 17. November auf dem Investorentag näher erläutern.
SRT-Deals gelten zunehmend als Instrument, um Kreditrisiken effizienter zu steuern. In der Regel sichern Banken dabei 5 bis 15 Prozent eines Kreditportfolios ab. Anleger wie Pensionsfonds, Staatsfonds oder Hedgefonds übernehmen im Gegenzug das Ausfallrisiko und erhalten dafür risikoadjustierte Renditen.
Damit setzt die Deutsche Bank ihren Kurs fort, Kapital gezielt freizusetzen, ohne das Kreditgeschäft einzuschränken – ein Signal an Investoren, dass Europas größtes Investmenthaus seine Bilanz strategisch stärkt, um für kommende Marktchancen gerüstet zu sein.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Deutsche Bank Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,67 % und einem Kurs von 32,05EUR auf Tradegate (10. November 2025, 15:00 Uhr) gehandelt.

