BBC in der Krise

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    Trump droht mit rechtlichen Schritten

    Für Sie zusammengefasst
    • BBC in Krise nach Rücktritten von Führungskräften.
    • Trump droht mit rechtlichen Schritten gegen BBC.
    • Über 500 Beschwerden wegen Trump-Rede bearbeitet.

    LONDON (dpa-AFX) - Die weltbekannte Rundfunkanstalt BBC steckt nach den Rücktritten von zwei Führungskräften weiter in der Krise. Nun sieht der Sender sich sogar mit einer Drohung des US-Präsidenten konfrontiert. Der BBC zufolge drohte Donald Trump in einem Schreiben mit rechtlichen Schritten. Die BBC werde zu gegebener Zeit darauf reagieren, heißt es.

    Unter anderem vor dem Hintergrund der Bearbeitung einer Rede von US-Präsident Donald Trump für die Sendung "Panorama" hatte BBC-Senderchef Tim Davie am Sonntag seinen Rücktritt bekanntgegeben. "Es wurden einige Fehler gemacht", und als Generaldirektor müsse er letztendlich die Verantwortung dafür übernehmen, erklärte Davie den Schritt. Auch die für die BBC-Nachrichten verantwortliche Deborah Turness gibt ihren Posten ab.

    In einem langen Schreiben entschuldigte sich am Montag zudem Aufsichtsratschef Samir Shah für einen "Fehler in der Beurteilung", den die BBC begangen habe. Die Bearbeitung der Trump-Rede habe einen falschen Eindruck vermittelt, teilte Shah mit. Die BBC räume ein, "dass die Art und Weise, wie die Rede bearbeitet wurde, den Eindruck eines direkten Aufrufs zu gewaltsamen Handlungen erweckt hat", heißt es weiter.

    Mehr als 500 Beschwerden

    Die Zeitung "The Telegraph" hatte zuletzt über ein internes Memo berichtet, in dem Bedenken hinsichtlich der Unparteilichkeit bei der Berichterstattung der BBC geäußert wurden. Konkret geht es bei der Trump-Rede vom 6. Januar 2021 darum, dass es durch den Zusammenschnitt so wirkt, als hätte der US-Präsident gesagt, er werde gemeinsam mit seinen Anhängern zum Kapitol gehen und bis zum Äußersten kämpfen. Am Tag dieser Rede hatten Anhänger von Trump den Parlamentssitz in Washington gewaltsam gestürmt.

    Seit der Veröffentlichung des internen Memos seien bei der Rundfunkanstalt mehr als 500 Beschwerden eingegangen, erklärte Aufsichtsratschef Shah.

    Trump dankte am Sonntag in einem Post auf seiner Online-Plattform Truth Social dem "Telegraph" für die Aufdeckung der seiner Meinung nach "korrupten" Journalisten. "Das sind sehr unehrliche Menschen." Sie hätten versucht, Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen zu nehmen, schrieb Trump. In der Vergangenheit hatte der US-Präsident bereits mehrfach gegen Medienunternehmen in den USA geklagt. Kritiker sehen darin häufig auch einen Angriff auf die Pressefreiheit.

    BBC in der Kritik

    In Großbritannien wird die BBC für das Versäumnis scharf kritisiert und sieht sich mit zahlreichen Vorwürfen konfrontiert. Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage sagte etwa, die BBC berichte seit Jahrzehnten voreingenommen. Ein Sprecher der Downing Street sagte indes laut der Nachrichtenagentur PA, die BBC sei weder korrupt noch voreingenommen.

    Die BBC ist vor 103 Jahren gegründet worden und hat - auch wegen der journalistischen Qualität - weltweiten Ruhm erlangt./pba/DP/nas






    dpa-AFX
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