Neues Zeitalter beginnt
Bye, bye Healthineers, Welcome KI und Automatisierung: Das ist das neue Siemens
Beim Kapitalmarkttag in dieser Woche dürfte der Industrieriese den Verkauf weiterer Healthineers-Anteile bekannt geben. Künftig will Siemens mit den Kerngeschäften Automatisierung und Elektrifizierung Erfolge feiern.
- Siemens plant Verkauf von Healthineers-Anteilen.
- Fokus auf Automatisierung und Elektrifizierung verstärkt.
- Abspaltung könnte Aktienkurs und Margen steigern.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Anlege und Analysten erwarten, dass das Unternehmen in dieser Woche den Abschied von einem Großteil seiner Beteiligung an Siemens Healthineers ankündigt. Das dürfte vermutlich über eine steuerneutrale Sachdividende abgewickelt werden. Siemens würde damit seinen Anteil auf rund 30 Prozent reduzieren und Healthineers vollständig aus der Konzernbilanz herauslösen.
Für Siemens wäre das laut Jefferies der "letzte strategische Schwenk": Nach Jahren des Umbaus entstünde ein klar fokussierter Industriekonzern, der künftig rund 75 Prozent seines Umsatzes mit Automatisierung und Elektrifizierung erwirtschaftet. Das Segment Digital Industries (DI) und Smart Infrastructure (SI) bilden künftig das Rückgrat des "neuen Siemens", während Mobility von hohen Infrastrukturinvestitionen in Deutschland profitieren dürfte.
Jefferies erwartet, dass die Abspaltung steuerneutral gestaltet werden kann. Das würde den Verkaufsdruck auf Healthineers-Aktien abfedern und gleichzeitig den finanziellen Spielraum für Aktienrückkäufe und Zukäufe erhöhen.
Mit der Entkonsolidierung von Healthineers könnte Siemens auch an der Börse profitieren: Das Bewertungsdefizit zu Konkurrenten wie Schneider Electric oder ABB dürfte sich schließen, so die Analysten. Für die Siemens-Aktie hebt Jefferies das Kursziel auf 291 Euro an.
Zudem sehen die Experten erhebliches Potenzial im Projekt "OneTech", das Siemens zu einer führenden Plattform im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz machen könnte. Durch die Verbindung von Software, Daten und Hardware entstehe eine einzigartige Position im globalen Industriesektor.
Auch wenn die Auftragseingänge im Automatisierungsgeschäft derzeit rund 20 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen, rechnet Jefferies mit steigenden Margen und überdurchschnittlicher Gewinnentwicklung ab 2026. Damit könnte Siemens die durch Healthineers verlorenen Erträge bis 2029 vollständig kompensieren – und seine Neuausrichtung an der Börse in bare Münze verwandeln.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
