Elektronikkonzern mit Zahlen
Sony überrascht mit Gewinnsprung – Musik und Kameras treiben Kursrallye an
Sony übertrifft im zweiten Quartal alle Erwartungen. Musik und Bildsensoren treiben den Gewinn kräftig an, sodass die Prognose erhöht wird. Die Aktie springt an der Börse Tokio zeitweise um mehr als 6 Prozent nach oben.
- Sony übertrifft Q2-Erwartungen, Gewinnprognose erhöht.
- Operativer Gewinn steigt um 10%, Umsatz um 5%.
- Musik und Sensoren treiben Wachstum, Spiele schwächer.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der japanische Elektronikkonzern Sony hat im zweiten Quartal deutlich besser abgeschnitten als erwartet und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr kräftig angehoben. Insbesondere die Sparten Musik und Bildsensoren sorgten für den positiven Überraschungseffekt. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von mehr als sechs Prozent.
Sony meldete für das Quartal einen operativen Gewinn von 429 Milliarden Yen (rund 2,40 Milliarden Euro), was einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 3,1 Billionen Yen. Analysten hatten deutlich weniger erwartet. Zusätzlich kündigte das Management ein Aktienrückkaufprogramm über 100 Milliarden Yen (etwa 561 Millionen Euro) an.
Für das laufende Geschäftsjahr hob Sony seine Prognose an. Der operative Gewinn soll nun 8 Prozent über der bisherigen Erwartung liegen. Auch der Umsatzausblick wurde um 300 Milliarden Yen auf ein Wachstum von 3 Prozent nach oben korrigiert. Die Belastungen durch US-Zölle dürften geringer ausfallen als befürchtet, da Japan im Sommer ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten geschlossen hat, welches die Importabgaben auf japanische Elektronik von ursprünglich 25 auf 15 Prozent senkte.
Profitmotoren Musik und Sensoren
Die Musiksparte steigerte ihren Gewinn um 27,6 Prozent auf 115,4 Milliarden Yen. Das Geschäft mit Bild- und Sensortechnik legte sogar um fast 50 Prozent auf 138,3 Milliarden Yen zu. Letzteres ist damit aktuell der profitabelste Bereich des Konzerns. Sony produziert unter anderem hochentwickelte Kamerasensoren für Smartphones und die Automobilindustrie. Dieses Segment profitiert von der wachsenden Nachfrage nach KI-gestützten Anwendungen.
Etwas schwächer lief es bei den Spielen: Zwar wuchs der Umsatz mit PlayStation-Diensten, doch der operative Gewinn der Sparte sank um 13 Prozent auf 120,4 Milliarden Yen. Grund hierfür sind steigende Entwicklungskosten und ein rückläufiges Hardware-Geschäft.
Ein weiterer Dämpfer kam aus Hollywood: Trotz des Streaming-Hits KPop Demon Hunters, der von Sony Pictures Animation produziert und exklusiv an Netflix verkauft wurde, schrumpfte der Gewinn der Filmsparte um 25 Prozent. Immerhin ist ein zweiter Teil des Blockbusters bereits bestätigt und Netflix soll Sony für den Erfolg eine Bonuszahlung von 15 Millionen US-Dollar überwiesen haben.
Dank Rückenwind aus den Bereichen Musik, Sensoren und Streaming bleibt Sony auf Wachstumskurs – und Anleger dürfen sich über steigende Dividendenchancen freuen.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

