Booster gezündet
Raketen-Aktie geht nach Zahlen steil!
Das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab hat am Montagabend zufriedenstellende Quartalszahlen vorgelegt. Die Aktie zündete daraufhin den Kursturbo.
- Rocket Lab steigert Erlöse um 48% auf 155,1 Mio. USD.
- AST SpaceMobile verfehlt Umsatz- und Gewinnziele deutlich.
- Raumfahrt-Aktien bleiben im Fokus, Profitabilität ausstehend.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Auch Raketen-Aktien gehen in diesem Jahr steil
Künstliche Intelligenz, Quanten-Computing und Seltene Erden – an Trendthemen herrscht in diesem Jahr kein Mangel. Wenngleich die Aufmerksamkeit zuletzt etwas abgeebbt ist, gehören 2025 auch Raumfahrt-Aktien zu den bei Anlegerinnen und Anlegern beliebten Titeln.
Die dürften am Dienstag wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, denn mit Rocket Lab und AST SpaceMobile haben sich am Montagabend gleich zwei Unternehmen mit ihren Geschäftsberichten zu Wort gemeldet. Doch nur eines von beiden konnte Investoren überzeugen.
Rocket Lab, ein vertikal integriertes Raumfahrtunternehmen, das von der Raketenentwicklung bis zu Nutzlastflügen in den Weltraum alles aus einer Hand anbietet, konnte seine Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 48,0 Prozent auf 155,1 Millionen US-Dollar steigern. Damit wurden die Erwartungen um rund 3,4 Millionen US-Dollar übertroffen.
Auch bei der Profitabilität machte Rocket Lab große Fortschritte. Der pro Aktie erlittene Verlust fiel mit 0,03 US-Dollar deutlich geringer aus als erwartet (-0,10 US-Dollar). Unter dem Strich lag der Fehlbetrag bei 18,3 Millionen US-Dollar nach fast 52 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor.
Für das kommende Quartal stellte das Unternehmen weiteres Wachstum in Aussicht. Das Management erwartet ein Umsatzergebnis von 170 bis 180 Millionen US-Dollar. Der bereinigte EBITDA-Verlust soll sich auf 23 bis 29 Millionen US-Dollar belaufen. Damit dürfte Rocket Lab einen weiteren Schritt Richtung Profitabilität und finanziell nachhaltigem Wachstum machen.
In der US-Nachbörse wurden die Zahlen mit einem Plus von 7,2 Prozent belohnt. Zeitweise fielen die Kursgewinne sogar noch größer aus, nachdem CEO Peter Beck auf den außerordentlich hohen Auftragsbestand von rund 510 Millionen US-Dollar hingewiesen hat. Damit verbessert sich die seit dem Jahreswechsel erzielte Performance auf ein Plus von mehr als 110 Prozent.
Anlegerinnen und Anleger von AST SpaceMobile, einem weiteren Raumfahrtunternehmen mit Spezialisierung auf Kommunikationssatelliten, schauten nach einer Rallye von +225,6 Prozent in diesem Jahr dagegen in die Röhre und gingen angesichts eines Minus von einem Prozent im nachbörslichen Handel leer aus.
Damit dürften sie sogar noch gut bedient sein, denn AST SpaceMobile verfehlte sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnerwartungen. Die Erlöse lagen mit 14,7 Millionen US-Dollar um 7,1 Millionen US-Dollar unter den Erwartungen. Dementsprechend schwach fiel auch die Ertragslage aus. Die Verluste (nach standardisierter Rechnungslegung GAAP) beliefen sich auf 0,45 US-Dollar pro Aktie. Expertinnen und Experten hatten auf ein Minus von "nur" 0,27 US-Dollar je Anteil getippt.
Insgesamt erlitt der Konzern einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettoverlust in Höhe von 122,9 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahresergebnis von -171,6 Millionen US-Dollar konnte sich AST SpaceMobil jedoch deutlich verbessern. Während die Kosten für Forschung und Entwicklung deutlich gesunken sind, kostet vor allem das Hochfahren der Produktion der BlueBird-Satelliten viel Geld.
Unterdessen wurde die Umsatzprognose für die zweite Jahreshälfte von 50 bis 75 Millionen US-Dollar bekräftigt. Nach der deutlichen Verfehlung sind im kommenden Quartal also Aufholeffekte zu erwarten. Gegenwärtig hat noch jeder vor oder nach Rechnungsschluss ausgelieferte und abgerechnete Satellit einen großen Effekt auf das Gesamtergebnis.
Fazit: Wer hoch hinaus will, muss irgendwann auch liefern
Das Weltall wird als Wirtschaftsraum immer wichtiger. Das belegen die am Montagabend veröffentlichten Quartalszahlen von Rocket Lab und AST SpaceMobile. Egal ob Start-, Kommunikations- oder Entwicklungsdienstleistungen – die Space Economy wächst und mit ihr daran beteiligte Unternehmen. Das gilt allerdings noch nicht für die Gewinne, denn die Profitabilität lässt hier trotz Verbesserungen noch auf sich warten.
Das bedeutet, dass mit einem Investment die üblichen Ausführungs- und Bewertungsrisiken einhergehen. Rocket Lab ist für das kommende Geschäftsjahr mit dem 42,3-Fachen seiner erwarteten Erlöse bewertet, bei AST SpaceMobile steht sogar ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 321,5 zu Buche. Hier muss neben baldiger Profitabilität auch ein konstant hohes Wachstum nachgewiesen werden, um wenigstens bei wachstumsbezogenen Kennziffern überzeugen zu können. Andernfalls könnte die Luft für die Aktien schon bald dünn werden.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

