Auch Rheinmetall im Minus
2026 schon gelaufen? Hensoldt bremst Erwartungen: Aktie bricht ein
Der Rüstungs- und Sensortechnologiekonzern Hensoldt hat auf seinem Kapitalmarkttag ehrgeizige Ziele bis 2030 bestätigt – doch die mittelfristigen Aussichten enttäuschen.
- Hensoldt erwartet bis 2030 Umsatz von 6 Mrd. Euro.
- Kurzfristig schwaches Wachstum und niedrige Margen.
- Hohe Investitionen drücken auf Stimmung, langfristig optimistisch.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Laut einem aktuellen Jefferies-Report rechnet das Unternehmen 2026 nur mit rund 10 Prozent Umsatzwachstum und einer leichten Margenverbesserung von 0,5 Prozentpunkten. Das liegt etwa 6 bis 7 Prozent unter den Analystenschätzungen. Auch die erwartete Cash-Conversion von über 40 Prozent bleibt klar hinter den Konsensprognosen von 66 Prozent zurück.
Die US-Investmentbank hält daher an ihrem "Hold"-Rating fest und sieht das Kursziel bei 92 Euro – leicht unter dem aktuellen Kurs von etwa 95 Euro. Am Dienstag brechen die Hensoldt-Papiere erst einmal um mehr als 5 Prozent ein. Auch Rheinmetall und Renk verlieren mehr als 2,5 Prozent.
Langfristig zeigt sich Hensoldt weiter optimistisch: Bis 2030 sollen die Umsätze auf rund 6 Milliarden Euro steigen, inklusive kleinerer Übernahmen. Die EBITDA-Marge soll dann über 20 Prozent liegen – im Einklang mit den Konsenserwartungen. Das Wachstum soll sich allerdings stark auf die Jahre ab 2027 konzentrieren, wenn die Dynamik von jährlich 15 bis 20 Prozent auf über 20 Prozent anzieht.
Operativ investiert Hensoldt kräftig: Die Produktion des Radarsystems TRML-4D wird bis 2030 fast verdoppelt, die des Spexer-Radars vervierfacht. Dafür steigt das Investitionsvolumen 2026 auf rund 6 Prozent des Umsatzes, bevor es ab 2028 wieder auf ein normales Niveau von 3 Prozent sinkt.
Jefferies bleibt vorsichtig: Kurzfristig könnten schwächere Margen und hohe Investitionen auf die Stimmung drücken – die langfristige Wachstumsstory bleibe aber intakt.
Unterdessen profitiert der DAX-Konzern weiter von den steigenden Rüstungsausgaben. Wie diese Woche bestätigt wurde, investiert die Bundeswehr rund 931 Millionen Euro in 20 weitere Militärhubschrauber von Airbus. Die Helikopter sollen ab 2027 innerhalb von zwei Jahren geliefert werden, Hensoldt liefert für die neuen Fluggeräte elektronische Kriegsführungssysteme und Nachtsichttechnik.
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Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
