KI-Infrastruktur im Aufwind
Nebius profitiert vom Meta-Deal: Die Aktie explodiert dank KI-Wachstum!
Nebius schließt einen milliardenschweren Vertrag mit Meta, meldet Rekordwachstum – doch steigende Kosten und Verluste lassen Anleger zögern.
- Nebius schließt 3-Milliarden-Vertrag mit Meta.
- Umsatz vervierfacht, Verlust steigt auf 100,4 Millionen.
- Ambitioniertes Ziel: 7-9 Milliarden Umsatz bis 2026.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der niederländische KI-Cloud-Anbieter Nebius hat einen Vertrag im Wert von rund 3 Milliarden US-Dollar mit Meta Platforms geschlossen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren soll Nebius dem Facebook-Mutterkonzern Hochleistungsinfrastruktur für künstliche Intelligenz bereitstellen. "Heute freuen wir uns, unseren zweiten großen KI-Infrastrukturvertrag bekanntzugeben – diesmal mit Meta", erklärte Gründer und CEO Arkady Volozh in einem Brief an die Aktionäre.
Bereits im September hatte Nebius ein ähnliches Geschäft mit Microsoft im Umfang von 17,4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Der Deal mit Meta unterstreicht die enorme Nachfrage nach Rechenleistung, die nötig ist, um KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben.
Umsatz vervierfacht, Verlust steigt
Im dritten Quartal steigerte Nebius seinen Umsatz um 355 Prozent auf 146,1 Millionen US-Dollar – verfehlte damit aber leicht die Markterwartungen. Das Unternehmen verzeichnete gleichzeitig einen Verlust von 100,4 Millionen US-Dollar, nach 39,7 Millionen im Vorjahr.
Die Kapitalausgaben stiegen auf 955,5 Millionen US-Dollar, fast sechsmal so viel wie ein Jahr zuvor. Nebius investiert massiv in den Ausbau seiner Kapazitäten – insbesondere in Nvidia-Grafikprozessoren, Grundstücke und Energieversorgung.
"Wir haben erneut unsere gesamte verfügbare Kapazität verkauft – ein klares Zeichen für die starke Nachfrage und die Wirksamkeit unserer Strategie", so Volozh weiter.
Aktie steigt vorbörslich an
Nach den positiven Nachrichten stieg die Nebius-Aktie im vorbörslichen Handel um über 7 Prozent (Stand 14:20 Uhr MEZ). Seit Jahresbeginn hat sich der Börsenwert vervierfacht und liegt nun bei 27,61 Milliarden US-Dollar.
Wachstum mit Risiko
Die Vereinbarung mit Meta markiert den zweiten Großauftrag von Nebius innerhalb weniger Monate. Die starke Nachfrage zwingt das Unternehmen allerdings an seine Kapazitätsgrenzen. "Die Nachfrage war überwältigend, und die Größe des Vertrags wurde durch die verfügbare Kapazität begrenzt", räumte Volozh ein.
Nebius gehört zu einer neuen Generation sogenannter Neocloud-Unternehmen, die spezialisierte Rechenzentren und Hardware für KI-Projekte anbieten. Zusammen mit Wettbewerbern wie CoreWeave profitiert Nebius von Engpässen bei den großen Cloud-Anbietern Microsoft und Amazon.
Ambitionierte Ziele bis 2026
Für die kommenden Jahre gibt sich das Unternehmen ehrgeizig. Nebius peilt bis Ende 2026 einen jährlichen Umsatzlauf von 7 bis 9 Milliarden US-Dollar an – derzeit liegt der Wert bei rund 551 Millionen.
"Angesichts des Umfangs unserer Investitionen und der geplanten Finanzierungen sind wir zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen", erklärte Volozh. Doch die steigenden Kosten und Verluste zeigen, dass der Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Cloud-Markt teuer werden dürfte.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
