Nvidia, Oracle, Alphabet & Co.
Tech-Aktien: Das ist Michael Burrys gefährlichster Satz des Jahres
"Eine der häufigsten Betrugsmethoden der Moderne“ – Burry warnt, dass Tech-Giganten ihre Gewinne durch Bilanztricks künstlich aufblähen. 176 Milliarden US-Dollar sollen in den Abschreibungen fehlen.
- Burry warnt vor Bilanztricks bei Tech-Giganten.
- 176 Milliarden US-Dollar an Abschreibungen fehlen.
- Kritik an überbewerteten Gewinnen von Cloud-Firmen.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Michael Burry hat erneut eine heftige Debatte an der Wall Street ausgelöst. Der Gründer von Scion Asset Management wirft großen Tech-Konzernen vor, ihre Gewinne künstlich aufzublähen, indem sie die Lebensdauer ihrer Vermögenswerte verlängern – ein Vorgehen, das laut Burry eine "der häufigsten Betrugsmethoden der Moderne" sei.
In einem Beitrag auf X schrieb Burry: "Die Unterbewertung der Abschreibungen durch die künstliche Verlängerung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten steigert die Gewinne – eine der häufigsten Betrugsmethoden der Moderne." Seine Kritik richtet sich an Cloud- und KI-Unternehmen wie Meta, Alphabet, Oracle, Microsoft, Amazon und Nvidia, deren Server und Netzwerkgeräte in der Realität meist nur zwei bis drei Jahre halten. Durch die Verlängerung der Nutzungsdauer auf bis zu sechs Jahre sinken die bilanziellen Abschreibungen, wodurch der ausgewiesene Gewinn steigt.
Laut Burrys Berechnungen wird diese Praxis zwischen 2026 und 2028 zu einer kumulierten Unterbewertung der Abschreibungen von 176 Milliarden US-Dollar führen. Er schätzt, dass Oracle seine Gewinne um 26,9 Prozent und Meta um 20,8 Prozent überbewertet. Eine von ihm veröffentlichte Grafik zeigt, wie die Konzerne seit 2020 die Nutzungsdauer ihrer Hardware schrittweise angehoben haben: Bei Meta stieg sie von drei auf fünfeinhalb Jahre, bei Alphabet von drei auf sechs Jahre und bei Oracle von fünf auf sechs Jahre. Microsoft und Amazon folgten demselben Muster.
Burrys Vorwürfe kommen zu einer Zeit, in der die Bewertungen großer KI- und Cloud-Konzerne ohnehin kritisch hinterfragt werden. Erst vergangene Woche hatte er Put-Optionen auf Nvidia und Palantir offengelegt und vor einer "überhitzten KI-Rallye" gewarnt. Seine Analyse legt nahe, dass ein Teil der Rekordgewinne vieler Tech-Giganten eher auf Bilanzierungseffekte als auf tatsächliche Ertragskraft zurückzuführen sein könnte.
Auch andere bekannte Leerverkäufer wie Jim Chanos äußerten zuletzt Zweifel an der Transparenz der Abschreibungspraxis. Sie warnen, dass immer komplexere Finanzierungsmodelle es Unternehmen ermöglichen, Investitionen außerhalb der Bilanzen zu verschieben.
Burry kündigte an, am 25. November weitere Details zu seiner Analyse zu veröffentlichen. Ob seine Warnungen diesmal Gehör finden, bleibt offen – doch an den Märkten wird genau beobachtet, ob sich der Mann hinter "The Big Short" erneut als unbequemer Frühwarner erweist.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

