"Es wird hässlich werden"
Fällt OpenAI, fällt alles – Galloway warnt vor Tech-Crash von bis zu 70%
Der Ökonom Scott Galloway sieht den Markt in gefährlicher Abhängigkeit von OpenAI. Fällt das Vertrauen, droht laut ihm ein globaler Crash mit Kursverlusten wie einst bei Netflix oder Meta.
- Galloway warnt vor globalem Crash durch OpenAI-Abhängigkeit.
- Massive finanzielle Risiken bei OpenAI könnten Vertrauen erschüttern.
- Fällt OpenAI, drohen Kursverluste wie bei Meta oder Netflix.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Scott Galloway, Bestsellerautor und Professor an der New York University, warnt eindringlich vor einem Kollaps des KI-Booms, der seiner Ansicht nach mit der "Implosion von OpenAI" beginnen könnte. In seinem Podcast "Prof G Markets" erklärte Galloway, die globalen Aktienmärkte seien derart abhängig von Künstlicher Intelligenz geworden, dass es "keinen Ort zum Verstecken" gebe, sollte das wichtigste Unternehmen der Branche ins Wanken geraten. Seit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 stammten rund 80 Prozent der Marktrenditen aus KI-bezogenen Aktien, allen voran den "Magnificent 7" um Nvidia, Microsoft und Alphabet.
Auslöser für Galloways Warnung war eine Diskussion über massive finanzielle Risiken bei OpenAI. Co-Moderator Ed Elson sprach von einer "Katastrophe aus Sicht des Finanzmanagements": Zwar erziele OpenAI einen geschätzten Jahresumsatz von 13 Milliarden US-Dollar, gebe aber mehr als das Doppelte aus. CEO Sam Altman habe Investitionen von bis zu 1,5 Billionen US-Dollar angekündigt, was ein potenzielles Defizit von über 1,2 Billionen US-Dollar schaffen könnte. Elson kritisierte Altmans Reaktion auf Nachfragen zu dieser Finanzierung als "schrecklich … defensiv, hektisch und soziopathisch" – eine Antwort, die laut Galloway das Vertrauen der Investoren erschüttert habe.
Für Galloway ist klar, dass OpenAI angesichts seiner Größe 2026 an die Börse gehen müsse – ein Schritt, der seiner Meinung nach auch das Risiko eines "narrativen Schocks" erhöhe, also eines plötzlichen Vertrauensverlusts, der eine Marktblase zum Platzen bringen könne. "Wenn Sie an einer Telefonkonferenz teilnehmen und jemand Ihnen eine faire Frage stellt, würde kein CEO, der seinen Job behalten will, sagen: "Wenn es Ihnen nicht gefällt, können Sie Ihre Aktien verkaufen'", sagte Galloway. Er bezeichnete dies als "seltenen Fehltritt", der den wachsenden Druck auf Altman offenbare.
Besorgt zeigte sich Galloway auch über OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar, die laut Wall Street Journal eine mögliche Unterstützung der US-Regierung zur Finanzierung neuer Rechenzentren ins Spiel brachte. "Das ist ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen keinen tragfähigen Finanzierungsplan hat", so Galloway. Eine staatlich gestützte Rettung oder Schuldenaufnahme könne seiner Ansicht nach das Ende der KI-Blase einläuten.
Die Sorge vor einer Überbewertung wachse, weil Verträge großer Tech-Konzerne – von Nvidia über Oracle bis Microsoft – stark mit OpenAI verknüpft seien. Galloway warnte, viele dieser Deals seien "Jazz Hands": viel Schein, wenig Substanz. Fiele OpenAI, könne die KI-Rallye kollabieren – mit Kursverlusten von 50 bis 70 Prozent wie einst bei Meta oder Netflix. "Es wird hässlich werden … es wird keinen Ort geben, an dem man sich verstecken kann", sagte Galloway.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

