"Ein Sprung nach vorn"
Gigantisches KI-Rechenzentrum: Microsofts Milliardenprojekt in Europa
Microsoft investiert über 10 Milliarden US-Dollar in ein riesiges KI-Rechenzentrum in Portugal und verschärft damit das Wettrennen um Europas KI-Infrastruktur.
- Microsoft investiert 10 Milliarden in KI-Zentrum Portugal.
- Bau startet 2024 in Sines, Kooperation mit Nvidia.
- Europa bleibt hinter USA im KI-Investitionsrennen zurück.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Microsoft plant, mehr als 10 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur in Portugal zu investieren. Das kündigte Microsoft-Präsident Brad Smith beim Web Summit in Lissabon an. Es sei das größte Engagement des Unternehmens in Portugal und eines der größten Projekte für KI-Rechenleistung in Europa, sagte Smith.
Das Geld fließt in ein neues Datenzentrum in der Hafenstadt Sines im Südwesten Portugals. Der Bau soll Anfang kommenden Jahres starten. Microsoft arbeitet dafür mit Nvidia, dem britischen KI-Infrastruktur-Startup Nscale Global Holdings und dem Rechenzentrumsbauer Start Campus zusammen. Geplant ist die Installation von rund 12.600 Nvidia-GB300-Prozessoren – Hochleistungschips, die für das Training großer Sprachmodelle entwickelt wurden.
Europa im KI-Investitionsfieber
Mit dem Projekt reiht sich Microsoft in eine Serie milliardenschwerer Investitionen amerikanischer Tech-Giganten in Europa ein. Erst vergangene Woche hatten Nvidia und die Deutsche Telekom eine Partnerschaft im Wert von rund einer Milliarde Euro angekündigt, um eine der größten KI-Fabriken Europas in Deutschland zu errichten. Kurz zuvor verkündete Amazon Investitionen von mehr als 1,4 Milliarden Euro in den Niederlanden, um dort Cloud- und Einzelhandelsgeschäfte auszubauen.
Auch innerhalb Europas setzt Microsoft auf Expansion. Im September versprach das Unternehmen, bis 2028 rund 30 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur und bestehende Standorte im Vereinigten Königreich zu stecken. Googles Mutterkonzern Alphabet will in den nächsten zwei Jahren etwa 6,8 Milliarden US-Dollar in Forschung, Entwicklung und Ingenieurwesen investieren.
Im Schatten der USA
Trotz dieser Rekordinvestitionen bleibt Europa im globalen Vergleich zurück. Während europäische Projekte im Milliardenbereich liegen, fließen in den USA Summen in dreistelliger Milliardenhöhe. Das zeigt unter anderem das "Stargate"-Vorhaben der US-Regierung: Gemeinsam mit OpenAI, SoftBank, Oracle und dem Investmentfonds MGX aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen dort für zunächst 100 Milliarden US-Dollar neue KI-Rechenzentren entstehen.
"Ein Sprung nach vorn für Europas digitale Souveränität"
Brad Smith bezeichnete die portugiesische Investition als "einen bedeutenden Schritt für Europas digitale Souveränität". Mit dem Ausbau wolle Microsoft nicht nur Rechenleistung bereitstellen, sondern auch den Zugang zu modernen KI-Tools in Europa stärken.
Der portugiesische Premierminister lobte das Vorhaben als „historische Chance, Portugal zu einem führenden Standort für digitale Innovation zu machen".
Mit dem Milliardenprojekt in Sines positioniert sich Microsoft an der Spitze eines neuen europäischen Wettlaufs – um Daten, Rechenleistung und die Vorherrschaft im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Microsoft Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,83 % und einem Kurs von 433,9EUR auf Tradegate (11. November 2025, 16:46 Uhr) gehandelt.

