Kursziel hochgeschraubt
"Qualität zum Sonderpreis": Analysten sehen 20% Kursplus bei diesem Gaskonzern
Nach Jahren defensiver Stärke kehrt Linde in den Wachstumsmodus zurück. Wer auf solide Bilanz, Preissetzungsmacht und strukturelles Wachstum setzt, findet bei Linde derzeit einen attraktiven Einstiegspunkt, sagt die UBS.
- Linde kehrt in Wachstumsmodus zurück, UBS empfiehlt Kauf.
- Kursziel 500 USD, 20% Aufwärtspotenzial erwartet.
- Stabiler Projekt-Backlog sichert zukünftiges Wachstum.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die Analysten der Schweizer UBS haben die Aktie des Industriegase-Giganten Linde auf Kaufen hochgestuft und das Kursziel auf 500 US-Dollar angehoben. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 20 Prozent. Begründung: Die Bewertung sei günstig, während sich das Gewinnwachstum ab 2026 deutlich beschleunigen dürfte.
Nach Einschätzung der Analysten sei die Aktie derzeit mit einem Abschlag von etwa 10 Prozent gegenüber dem historischen Durchschnitt bewertet – ein Niveau, das typischerweise in Phasen geringerer Anlegerzuversicht erreicht werde. Doch genau das eröffne Chancen: "Linde bietet defensive Qualität zum Rabattpreis", so der Tenor des Berichts.
Für 2025 rechnen die Experten zwar noch mit einer verhaltenen Entwicklung – vor allem wegen schwächerer Volumina in Europa sowie rückläufiger Preise bei Helium und Edelgasen. Diese Faktoren sollen aber 2026 wegfallen, wodurch das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) von derzeit rund 6 Prozent Wachstum auf 9 bis 10 Prozent anziehen dürfte. Hinzu kämen zusätzliche Erträge aus neuen Projekten, die den Gewinn um weitere 1–2 Prozentpunkte steigern könnten.
Langfristig sieht die UBS Linde auf Kurs zu einem mittleren EPS-Wachstum von rund 11 Prozent pro Jahr – ohne makroökonomische Unterstützung. Sollte die Konjunktur anziehen, sei sogar noch mehr drin. Auch die Margen sollen weiter steigen: Preisdisziplin und Produktivitätsgewinne könnten laut Modellrechnung jährlich rund 50 Basispunkte beitragen.
Linde verfüge zudem über einen stabilen Projekt-Backlog von über 7 Milliarden US-Dollar, der künftiges Wachstum absichere. Besonders profitabel seien die europäischen Aktivitäten, wo die EBIT-Margen bei etwa 36 Prozent liegen – deutlich über den anderen Regionen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
