OpenAI statt Nvidia
SoftBank-Aktie stürzt nach milliardenschwerem Nvidia-Verkauf ab
Die SoftBank verkauft ihre gesamte Beteiligung an Nvidia für 5,83 Milliarden US-Dollar. Der Techkonzern plant, das Kapital in OpenAI und neue KI-Projekte zu investieren. Daraufhin geht die Softbank-Aktie auf Talfahrt.
- SoftBank verkauft Nvidia-Anteile für 5,83 Mrd. USD.
- Kapital fließt in OpenAI und neue KI-Projekte.
- SoftBank-Aktie fällt um bis zu 10 Prozent.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Die Aktien der japanischen SoftBank Group sind am Mittwoch an der Börse Tokio zeitweise um bis zu zehn Prozent eingebrochen. Das Unternehmen hatte zuvor den vollständigen Verkauf seiner Beteiligung am US-Chipgiganten Nvidia bekannt gegeben. Der Erlös von rund 5,83 Milliarden US-Dollar soll Unternehmenskreisen zufolge in eine massive Beteiligung an OpenAI fließen, dem Mutterkonzern von ChatGPT. SoftBank plant demnach ein Investment von insgesamt 22,5 Milliarden US-Dollar in den KI-Vorreiter.
Im Tagesverlauf erholte sich die Aktie leicht, notierte zuletzt aber immer noch mit mehr als zwei Prozent im Minus. In seinem Quartalsbericht erklärte SoftBank, man habe bereits im Oktober 32,1 Millionen Nvidia-Aktien veräußert und zudem Anteile an T-Mobile abgestoßen. Dadurch flossen weitere 9,17 Milliarden US-Dollar in die Kasse.
"Wir wollen unseren Investoren viele neue Chancen bieten und gleichzeitig unsere finanzielle Stärke bewahren", erklärte Finanzchef Yoshimitsu Goto in einer Präsentation für Anleger.
Der Verkauf kam für viele Marktteilnehmer überraschend, schließlich galt SoftBank einst als einer der größten Unterstützer von Nvidia. Bereits 2017 hatte der Vision Fund des Konzerns einen Anteil von rund 4 Milliarden US-Dollar aufgebaut, diesen jedoch 2019 wieder vollständig verkauft. Trotz des erneuten Ausstiegs bleibt SoftBank über sein Engagement im Chip-Bereich eng mit Nvidia verbunden.
Marktbeobachter sehen in dem Schritt kein negatives Signal. "Das ist eher ein bullisches Zeichen – SoftBank verdoppelt seinen Einsatz im Bereich generativer KI", erklärte Dan Ives, Technologieanalyst bei Wedbush Securities.
Neben OpenAI setzt SoftBank weiter stark auf Hardware. Über die britische Chipdesign-Schmiede Arm Holdings, an der SoftBank die Mehrheit hält, sollen künftig KI-fähige Prozessoren entwickelt werden.
Der Kursrutsch zog auch andere Technologiewerte in Asien nach unten. Advantest und Tokyo Electron verloren mehr als zwei Prozent, TSMC gab 0,34 Prozent nach und SK Hynix 1,6 Prozent.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion


