Chemie- und Pharmakonzern
Bayer: Operativer Gewinn steigt, aber Rechtskosten belasten das Ergebnis
Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat im dritten Quartal 2025 seinen operativen Gewinn kräftig ausgebaut, bleibt aber durch hohe Rückstellungen für US-Rechtsstreitigkeiten in den roten Zahlen. Die Details.
- Bayer steigert operativen Gewinn, bleibt aber defizitär.
- Umsatz wächst auf 9,66 Mrd. Euro, EBITDA steigt stark.
- Agrar- und Pharmasparte zeigen gemischte Ergebnisse.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal währungs- und portfoliobereinigt um 0,9 Prozent auf 9,66 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 20,8 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sprang um 137 Prozent auf 0,57 Euro, während unter dem Strich ein Verlust von 963 Millionen Euro verblieb.
Im Agrargeschäft (Crop Science) profitierte Bayer von einer starken Nachfrage nach Maissaatgut und Herbiziden. Der Umsatz der Sparte stieg um 1,3 Prozent auf 3,86 Milliarden Euro, während das EBITDA vor Sondereinflüssen fast das Fünffache des Vorjahreswertes erreichte. Effizienzprogramme und niedrigere Produktionskosten sorgten für den Schub, während Währungseffekte dämpfend wirkten. Bayer kündigte zudem den Start des neuen Insektizids Plenexos™ in Lateinamerika an, das ein zentraler Baustein des laufenden Fünfjahresprogramms ist.
In der Pharmasparte stagnierte der Umsatz mit 4,34 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, doch das Ergebnis sank wegen höherer Forschungsaufwendungen und negativer Wechselkurseffekte. Besonders stark entwickelten sich die Medikamente Nubeqa™ und Kerendia™, während Xarelto™ und Eylea™ unter Patentabläufen und Preisdruck litten. Mit der bevorstehenden US-Markteinführung von Lynkuet™ zur hormonfreien Behandlung von Wechseljahresbeschwerden erwartet Bayer neue Impulse.
Die Sparte Consumer Health verzeichnete ein leichtes Umsatzplus von zwei Prozent auf 1,42 Milliarden Euro und blieb damit stabil. Das Wachstum kam vor allem aus den Bereichen Dermatologie, Magen-Darm-Gesundheit und Schmerzmittel, während Erkältungs- und Allergieprodukte rückläufig waren. Trotz eines zunehmend schwierigen Marktumfelds in Nordamerika und Asien gelang es Bayer, die operative Marge leicht zu verbessern.
Konzernchef Bill Anderson zeigte sich zuversichtlich, den angehobenen Ausblick für 2025 zu erreichen: "Insgesamt sind wir in diesem richtungsweisenden Jahr gut aufgestellt, die Konzernprognose für 2025 zu erreichen, die wir im vergangenen Quartal angehoben hatten. Finanzvorstand Wolfgang Nickl wies auf anhaltenden Gegenwind durch Wechselkurse hin, sieht aber stabile Wachstumstrends in allen drei Sparten. Die juristischen Belastungen bleiben zwar ein Unsicherheitsfaktor, doch operativ zeigt sich der Konzern wieder auf Erholungskurs.
Der Free Cashflow sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch um 48 Prozent auf 596 Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich dagegen leicht auf 32,7 Milliarden Euro.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

