Zahlen sind da
RWE profitiert vom Stromhunger der KI
RWE übertrifft die Erwartungen mit soliden Quartalszahlen und profitiert von wachsender Nachfrage nach erneuerbarer Energie und dem KI-getriebenen Stromboom.
- RWE übertrifft Erwartungen mit starkem EBITDA von 3,5 Mrd.
- Ausbau auf 40 Gigawatt in Sicht, 11,4 GW im Bau.
- Dividende steigt auf 1,20 Euro, Prognose bleibt stabil.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Trotz eines von schwachem Wind und sinkenden Handelsmargen geprägten Jahres bleibt der Essener Energiekonzern RWE auf Expansionskurs. Der DAX-Konzern investiert weiter massiv in neue Wind-, Solar- und Speicherprojekte und bestätigt zugleich seine Ergebnis- und Dividendenerwartungen für das laufende Jahr.
RWE erzielte in den ersten neun Monaten 2025 ein bereinigtes EBITDA von 3,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,3 Milliarden Euro. Damit liegt der Konzern über den Prognosen vieler Analysten (etwa 3,14 Milliarden Euro), auch wenn die Zahlen unter dem außergewöhnlich starken Vorjahreswert (4 Milliarden Euro) bleiben.
Die Aktie von RWE reagiert Mittwochfrüh mit einem Kursplus von 1,73 Prozent auf 43,61 Euro (Tradegate, 8:10 Uhr MEZ).
Milliardenschwerer Ausbau treibt Leistung auf 40 Gigawatt
Während Wettbewerber unter hohen Finanzierungskosten und langen Genehmigungsverfahren leiden, hat RWE in den vergangenen Monaten sein Portfolio deutlich erweitert. Seit Herbst 2024 wurden zusätzliche 2,5 Gigawatt an Kapazität ans Netz gebracht – darunter Onshore-Windparks, Solaranlagen und Batteriespeicher.
Damit betreibt der Konzern inzwischen 38,7 Gigawatt an installierter Leistung. Weitere 11,4 Gigawatt befinden sich derzeit im Bau, von denen über zwei Gigawatt noch bis Ende des Jahres 2025 in Betrieb gehen sollen. Das Ziel, die Marke von 40 Gigawatt zu übertreffen, rückt damit in greifbare Nähe.
Trotz der hohen Investitionen von netto 4,6 Milliarden Euro hält RWE seine Verschuldung im Rahmen. Die Nettoschulden lagen zum Quartalsende bei 15,7 Milliarden Euro.
Rechenzentrumsverkauf bringt Entlastung
Ein wesentlicher Lichtblick in der Bilanz stammt aus Großbritannien: Der Verkauf eines Rechenzentrumsprojekts auf dem Gelände eines ehemaligen Kraftwerks brachte RWE einen Buchgewinn von rund 225 Millionen Euro. Der Käufer ist ein internationaler Hyperscaler, der Cloud-Dienste für den rasant wachsenden Markt rund um Künstliche Intelligenz bereitstellt.
Finanzchef Müller: "KI verändert die Energiemärkte grundlegend"
Finanzvorstand Michael Müller sieht die Entwicklung positiv. "Der globale KI-Trend treibt die Stromnachfrage spürbar an – Rechenzentren werden zu einem zentralen Wachstumstreiber für erneuerbare Energien", sagte Müller. RWE sei mit seinem integrierten Portfolio aus Wind, Solar und Speicher gut aufgestellt, um von dieser Entwicklung zu profitieren.
Er betonte zugleich, dass das Unternehmen trotz temporärer Schwächen im Energiehandel und niedrigerer Windgeschwindigkeiten an seinen Zielen festhalte. "Unser Portfolio wächst werthaltig und bleibt robust – wir sind voll im Plan, was unsere mittelfristigen Ergebnisziele betrifft."
Prognose und Dividende bleiben stabil
RWE bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 4,55 und 5,15 Milliarden Euro liegen, das bereinigte Nettoergebnis zwischen 1,3 und 1,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte somit bei etwa 2,10 Euro liegen – ein Ziel, das bereits zu mehr als 80 Prozent erreicht ist.
Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 soll auf 1,20 Euro je Aktie steigen. Auch die mittelfristigen Ziele bleiben bestehen: Bis 2027 erwartet RWE ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von rund 3 Euro, bis 2030 etwa 4 Euro.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die RWE Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,73 % und einem Kurs von 43,61EUR auf Tradegate (12. November 2025, 08:00 Uhr) gehandelt.

