Gespräche gescheitert
Coinbase bricht Milliarden-Deal mit Stablecoin-Startup BVNK ab
Coinbase stoppt überraschend die geplante Übernahme des Fintechs BVNK und lässt damit einen der größten Krypto-Deals platzen.
- Coinbase stoppt Übernahme von BVNK überraschend.
- Deal hätte 1,5 bis 2,5 Mrd. USD bewertet.
- Aktienkurs von Coinbase fiel um 4,3 Prozent.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die US-Kryptobörse Coinbase hat ihre Übernahmegespräche mit dem britischen Fintech BVNK überraschend beendet. Der Schritt markiert das Ende einer der potenziell größten Akquisitionen in der Geschichte der digitalen Zahlungsbranche.
Nach Informationen von Fortune befanden sich die beiden Unternehmen seit Anfang des Jahres in Gesprächen, die im Oktober in eine Exklusivvereinbarung mündeten. Diese sollte BVNK daran hindern, mit anderen potenziellen Käufern – darunter auch Mastercard – zu verhandeln. Der Deal hätte BVNK mit 1,5 bis 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet und Coinbase einen deutlichen strategischen Vorteil im wachsenden Markt für Stablecoin-basierte Zahlungslösungen verschafft.
"Nach der Prüfung einer möglichen Übernahme von BVNK haben sich beide Parteien einvernehmlich darauf geeinigt, die Gespräche nicht fortzusetzen", erklärte ein Coinbase-Sprecher. Zu den Gründen für das Scheitern äußerten sich weder Coinbase noch BVNK im Detail.
Die Aktie von Coinbase reagierte mit Verlusten und schloss am Dienstag 4,3 Prozent tiefer bei 304 US-Dollar.
Ein geplatzter Coup im Stablecoin-Sektor
Für Coinbase wäre die Übernahme ein bedeutender Schritt gewesen, um die Positionen im Bereich digitaler Zahlungen und Stablecoin-Infrastruktur auszubauen. Das Unternehmen ist bereits enger Partner des USDC-Emittenten Circle und hält einen wesentlichen Anteil an der Gesellschaft. BVNK hat sich in den letzten Jahren als Anbieter von Zahlungsinfrastruktur auf Basis von Stablecoins etabliert und ermöglicht Unternehmen die Integration digitaler Währungen in den Zahlungsverkehr.
Im vergangenen Jahr hatte BVNK 50 Millionen US-Dollar an frischem Kapital aufgenommen und wurde damals mit rund 750 Millionen US-Dollar bewertet. Zudem beteiligte sich der Zahlungsriese Visa Anfang 2025 strategisch an dem Unternehmen – die Höhe der Investition blieb jedoch vertraulich.
Die nun gescheiterte Akquisition wäre ein deutlicher Aufschlag auf die letzte Finanzierungsrunde gewesen und hätte die wachsende Konsolidierung im Stablecoin- und Fintech-Bereich unterstrichen.
Coinbase-Akquisitionen
Coinbase hatte zuletzt mehrere Akquisitionen getätigt, darunter den Kauf der Fundraising-Plattform Echo und deren Token-Vertriebstool Sonar für rund 375 Millionen US-Dollar. Zudem startete die Börse im Oktober eine Stablecoin-Payments-Plattform, die Unternehmen den Einstieg in Krypto-Zahlungen erleichtern soll.
Stablecoins auf Wachstumskurs
Der Stablecoin-Markt befindet sich weiterhin in einer Wachstumsphase. Laut Daten von DeFiLlama ist die Marktkapitalisierung aller Stablecoins im vergangenen Jahr um mehr als 120 Milliarden US-Dollar auf derzeit rund 305 Milliarden US-Dollar gestiegen – trotz kurzfristiger Rückgänge von knapp 0,7 Prozent in der vergangenen Woche.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Coinbase Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,94 % und einem Kurs von 267,5USD auf Tradegate (12. November 2025, 12:42 Uhr) gehandelt.

