Aktie bricht nach Zahlen ein
Böses Omen für Baidu, Xiaomi & Co? Erster China-Wert legt vor – und bricht ein!
Der Musikstreaming-Dienstleister Tencent Music Entertainment hat am Mittwoch die Berichtssaison für chinesische Konzerne eingeleitet. Der Start ist missglückt!
- Tencent Music startet Berichtssaison, Aktie bricht ein.
- Erlöse steigen um 20,6%, Nutzerzahlen sinken leicht.
- Anleger nehmen Gewinne mit, Ausblick bleibt unklar.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Quartalssaison: Jetzt starten auch chinesische Basiswerte durch!
In der kommenden Woche wird die laufende Berichtssaison auch für chinesische Unternehmen an Fahrt aufnehmen. Auf dem Programm stehen Zahlen von Konzernen wie Xpeng (Montag), Xiaomi und Baidu (Dienstag) sowie PDD und Meituan am Freitag. Damit ist für Action gesorgt, nachdem sich der technologielastige Hang-Seng-Index in diesem Jahr trotz des Handelsstreits zwischen den USA und China um beachtliche 34,5 Prozent und damit deutlich mehr als der US-Markt steigern konnte.
Den Start in die Earnings Season markiert üblicherweise das Zahlenwerk von Tencent Music Entertainment (TME). Dabei handelt es sich um die inzwischen eigenständige Musikstreaming-Sparte des gleichnamigen Internet- und Technologieriesen. Trotz starker, am Mittwochmittag vorgelegter Zahlen bricht die Aktie ein. Ist das ein böses Omen auch für die kommenden Berichte?
Tencent Music vergeigt den Auftakt trotz starker Zahlen
Gegenüber dem Vorjahresergebnis steigerte TME seine Erlöse um 20,6 Prozent auf 1,19 Milliarden US-Dollar. Damit konnten die Erwartungen um 30 Millionen US-Dollar übertroffen werden.
Zwar sank die Zahl monatlich aktiver User um 4,3 Prozent auf 551 Millionen, dafür konnte das Unternehmen mehr zahlende Nutzerinnen und Nutzer gewinnen. Die legten um 5,6 Prozent auf 125,7 Millionen zu. So konnten die Erlöse aus Abonnementgebühren um 17,2 Prozent auf 632 Millionen US-Dollar gesteigert werden.
Der bereinigte Gewinn pro Hinterlegungsschein (ADS) landete mit 0,22 US-Dollar um 1 Cent über den Prognosen der Analystinnen und Analysten. Gegenüber dem Vergleichszeitraum vor einem Jahr konnte sich TME so um 6 Cent steigern.
Insgesamt erzielte das Unternehmen einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von 311 Millionen US-Dollar. Das entspricht einer Nettomarge von 27,8 Prozent- Zum Vergleich: Mitbewerber Spotify bringt es auf eine Ertragsspanne von "nur" 8,3 Prozent.
Genauere Finanzziele? Fehlanzeige!
CEO Cussion Pang kommentierte das starke Abschneiden in der Pressemitteilung mit den Worten: "Unsere anhaltenden Innovationen in der Anreicherung von Inhalten, der Ausweitung von Dienstleistungen und die Integration von mehr Live-Events haben dazu beigetragen, unser zuverlässiges Wachstum im Subskriptionsgeschäft zu befeuern, während wir gleichzeitig das Momentum in anderen Geschäftsbereichen gestärkt haben".
Für das kommende Jahr rechnet das Management mit fortgesetztem Umsatz- und Gewinnwachstum, blieb genauere Angaben bislang jedoch schuldig.
Gewinnmitnahmen im zweistelligen Prozentbereich
Gegenüber dem Jahresauftakt hatte sich die Aktie zeitweise mehr als verdoppelt. Zuletzt standen Kursgewinne von rund 75 Prozent zu Buche. Daher ist es verständlich, dass Anlegerinnen und Anleger am Mittwoch Gewinne mitnehmen, nachdem der weitere Ausblick noch unklar ist.
Die Aktie verliert nach anfänglichen Aufschlägen in der US-Vorbörse zweistellig an Wert. Zeitweise betrugen die Verluste fast 15 Prozent, wodurch TME unter die 200-Tage-Linie gefallen ist. Diese liegt bei 18,59 US-Dollar und bleibt am Mittwochabend umkämpft.
Fazit: Sondersituation, die nicht unmittelbar vergleichbar ist
Auch die Unternehmensbewertung bietet eine Erklärung, warum ein eigentlich starkes Abschneiden im vergangenen Quartal verkauft wird. Selbst nach dem Kursrutsch ist das Unternehmen mit dem 24,1-Fachen seiner im laufenden Geschäftsjahr erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt um 12,5 Prozent über dem Fünfjahresmittel und sogar um 53,5 Prozent über dem Wert der Vergleichsgruppe.
Zwar ist die Bilanz angesichts eines Nettovermögens von 2,5 Milliarden US-Dollar blitzsauber, aber auch beim Verhältnis von Unternehmenswert und EBITDA (EV/EBTDA) ist TME mit 18,5 aktuell nicht konkurrenzfähig. Hier liegt der Aufschlag gegenüber den Peers bei 126,3 Prozent.
Da viele andere chinesische Konzerne trotz starker Zugewinne in diesem Jahr noch unter ihrer historischen Norm handeln, muss die schwache Kursreaktion von TME kein schlechtes Omen für die kommenden Quartalszahlen sein. Sie beweisen aber eine verstärkte Neigung zu Gewinnmitnahmen, sollten die durch die gestiegenen Bewertungen hohen Erwartungen nicht vollständig erfüllt werden.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die Tencent Music Entertainment Group (A) (A) Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -10,00 % und einem Kurs von 16,20EUR auf Tradegate (12. November 2025, 16:45 Uhr) gehandelt.

