Schwarzes Gold
Der Hunger nach Öl und Gas ist unersättlich und nimmt immer mehr zu
Die globale Nachfrage nach Öl und Gas könnte bis 2050 weiter steigen, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch mit.
- Globale Ölnachfrage bis 2050 auf 113 Mio. Barrel.
- Energiebedarf bis 2035 um 90 Exajoule gestiegen.
- LNG-Exportkapazität bis 2030 um 50% erhöht.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
In ihrem am Mittwoch veröffentlichten jährlichen World Energy Outlook prognostizierte die IEA im Rahmen eines "Current Policies"-Szenarios, dass die Ölnachfrage bis Mitte des Jahrhunderts 113 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird – etwa 13 Prozent mehr als der Verbrauch im Jahr 2024.
Sie sagte voraus, dass der weltweite Energiebedarf bis 2035 um 90 Exajoule steigen wird – ein Anstieg um 15 Prozent gegenüber dem heutigen Niveau. 1 Exajoule entspricht 1 Trillion Joules.
Das Szenario berücksichtigt die bestehenden Regierungsmaßnahmen, nicht aber die Bestrebungen zur Erreichung von Klimazielen.
Trumps Energieminister Chris Wright bezeichnete die Nachfrageprognosen der IEA als "unsinnig". Die IEA wird von ihren Mitgliedsländern finanziert, wobei die USA der größte Beitragszahler sind. Ihre Analysen und Daten bilden die Grundlage für die Energiepolitik von Regierungen und Unternehmen weltweit.
Die IEA erklärte, sie habe beabsichtigt, neue nationale Klimaziele für den Zeitraum 2031–2035 zu bewerten, aber nicht genügend Länder hätten entsprechende Pläne vorgelegt, um ein aussagekräftiges Gesamtbild zu ermöglichen.
Die Investitionsentscheidungen für neue verflüssigte Erdgasprojekte (LNG) seien im Jahr 2025 zudem sprunghaft angestiegen, heißt es in dem Bericht.
Bis 2030 sollen Projekte mit einer jährlichen LNG-Exportkapazität von rund 300 Milliarden Kubikmetern in Betrieb gehen – ein Anstieg der verfügbaren Versorgung um 50 Prozent.
Der Zuwachs wird durch die steigende Nachfrage im Stromsektor angetrieben, die wiederum durch das Wachstum von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz befeuert wird.
Unterdessen ist der Ölpreis am Mittwoch deutlich gefallen. Die Opec teilte zwar mit, dass sie im kommenden Jahr eine stärkere Nachfrage erwarte; der Kurs brach im Handel aber trotzdem ein.
Für das kommende Jahr erwarten die Opec-Experten ein Wachstum der Nachfrage um täglich 1,4 Millionen Barrel. In diesem Jahr rechnet das Ölkartell nur mit einem Zuwachs um 1,3 Millionen Barrel pro Tag. Mit den Prognosen hat die Opec ihre bisherigen Erwartungen bestätigt.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

