Erwartungen übertroffen
Rekordjahr für Talanx: Die Aktie steigt – kommt jetzt die Dividendenerhöhung?
Der Versicherungskonzern Talanx erzielt nach neun Monaten ein Rekordergebnis und hebt die Prognose an. Das Unternehmen will sich zudem in eine SE umwandeln.
- Talanx erzielt Rekordergebnis von 1,96 Mrd. Euro.
- Prognose für 2025 auf über 2,4 Mrd. Euro angehoben.
- Umwandlung in SE geplant, Abstimmung 2026 vorgesehen.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der Versicherungskonzern Talanx hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 ein Rekordergebnis erzielt und damit fast das gesamte Jahresziel bereits erreicht. Das Konzernergebnis stieg um 23 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Vorstandschef Torsten Leue spricht von einem "Rekordergebnis", das die Stärke des Geschäftsmodells unterstreiche. An der Börse kam diese Nachricht gut an: Die Talanx-Aktie legte auf Xetra um knapp vier Prozent auf 114,70 Euro zu (Stand 9:21 Uhr).
Gewinnziel für 2026 vorgezogen
Nach dem starken Zwischenbericht hebt Talanx die Prognose für 2025 auf mehr als 2,4 Milliarden Euro an. Für 2026 erwartet der Konzern rund 2,7 Milliarden Euro und damit ein Erreichen des ursprünglich für 2027 geplanten Gewinnziels ein Jahr früher. "Unser auf Diversifizierung, Dezentralität und Kostenführerschaft basierendes Geschäftsmodell ist in jeder Marktphase wettbewerbsfähig", betont Leue.
Das operative Ergebnis kletterte um 11 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite legte auf 21,5 Prozent zu. Auch das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf 4,0 Milliarden Euro, während die Schaden- und Kostenquote auf 89,8 Prozent sank.
Erst- und Rückversicherung liefern stark ab
Sowohl die Erstversicherung mit 51 Prozent als auch die Rückversicherung mit 49 Prozent trugen fast gleichwertig zum Konzernergebnis bei. Die Beitragseinnahmen blieben mit 36 Milliarden Euro stabil, währungsbereinigt lag das Wachstum bei drei Prozent. Ein günstiger Schadenverlauf im dritten Quartal sorgte zusätzlich für Rückenwind: Großschäden blieben mit 1,5 Milliarden Euro deutlich unter dem erwarteten Budget.
Der größte Einzelschaden des Jahres waren die Waldbrände in Kalifornien mit 0,63 Milliarden Euro. Weitere Belastungen entstanden durch ein Erdbeben in Myanmar, Tornados in den USA und einen Taifun in Asien.
Neue Rechtsform für internationales Wachstum
Parallel zur starken Bilanz kündigte Talanx einen wichtigen strategischen Schritt an: Der Konzern plant die Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE). Die Aktionäre sollen 2026 darüber abstimmen. Die neue Rechtsform soll die internationale Aufstellung des Unternehmens widerspiegeln und Arbeitnehmern in den europäischen Einheiten mehr Mitspracherechte sichern.
Für Kunden, Mitarbeiter und bestehende Verträge soll sich durch die Umwandlung nichts ändern. Der Abschluss des Verfahrens ist bis Ende 2026 geplant.
Optimismus trotz Unsicherheiten
Talanx zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen und volatiler Märkte zuversichtlich. Die Gewinnziele gelten unter der Voraussetzung stabiler Kapitalmärkte und erwartungsgemäßer Großschäden. Mit einer Solvency-2-Quote von 233 Prozent steht der Konzern finanziell solide da.
Das Unternehmen bleibt auf Wachstumskurs – und setzt zugleich ein Signal für die Zukunft als europäischer Versicherungsriese. Ob Anleger mit einer Dividendenerhöhung im März 2026 rechnen können, bleibt abzuwarten.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die Talanx Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +2,29 % und einem Kurs von 116,1EUR auf Tradegate (13. November 2025, 09:47 Uhr) gehandelt.
