Höhenflug beendet
SMA Solar: Diese Zahlen machen der Rallye den Garaus
Der Solarwechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology hat im dritten Quartal kräftig zugelegt – und dennoch tiefrote Zahlen geschrieben. Der Höhenflug der Aktie ist damit vorerst gestoppt.
- SMA Solar schreibt im Q3 rote Zahlen, Umsatz steigt.
- Rekord-Auftragseingang, EBIT belastet durch Sonderkosten.
- Aktie fällt, Prognose für 2025 bleibt negativ.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
SMA Solar hat im dritten Quartal zwar rote Zahlen geschrieben, aber mit einem Rekord-Auftragseingang beeindruckt. Die Erlöse stiegen um 49 Prozent auf 450 Millionen Euro, während das EBIT wegen hoher Sonderbelastungen – darunter Abschreibungen und Rückstellungen – auf –104 Millionen Euro sank. Besonders das Segment Large Scale sorgte für Rückenwind mit einem Plus von fast 69 Prozent und neuen Großaufträgen im Wert von 460 Millionen Euro.
Das EBITDA belief sich auf minus 26 Millionen Euro, womit SMA leicht besser abschnitt als der Marktkonsens (minus 41 Millionen Euro). Vor allem die Division Home & Business Solutions leidet laut DZ Bank unter intensivem Preis- und Wettbewerbsdruck aus China.
Positiv verlief dagegen das Geschäft mit Großprojekten: Das Segment Large Scale & Project Solutions entwickelte sich stabil und profitierte von internationalen Projekten, insbesondere in den USA. Dennoch bleibt auch hier die Unsicherheit über mögliche Handelshemmnisse und Zölle ein Risiko.
Die SMA-Aktie beendete ihren jüngsten Höhenflug damit vorerst. Seit Anfang September hatten sich die Papiere auf über 30 Euro fast verdoppelt, am Donnerstag geht es um mehr als 5 Prozent abwärts.
SMA bestätigte seine bereits gesenkte Prognose für das Gesamtjahr 2025: Der Umsatz soll bei 1,45 bis 1,50 Milliarden Euro liegen, das EBIT zwischen minus 140 und minus 190 Millionen Euro. Bis Ende 2026 will der Konzern im Zuge seiner Neuausrichtung mehr als 100 Millionen Euro einsparen, unter anderem durch Standortverlagerungen und eine Straffung des Produktportfolios.
Die DZ Bank sieht trotz Restrukturierungsfortschritten keine kurzfristigen Impulse für die Aktie und bestätigt ihr Anlageurteil "Verkaufen" bei einem fairen Wert von 13 Euro. Auch die Investmentbank Jefferies bleibt nach den Zahlen vorsichtig: Sie stuft die Aktie mit Halten ein und sieht das Kursziel bei 22 Euro – rund 24 Prozent unter dem aktuellen Kurs.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
