KI-Geschäft boomt
Merck überrascht mit starkem Quartal: Aktie auf 6-Monats-Hoch
Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Zahlen hauchen der Aktie neues Leben ein. Analysten bekräftigen ihr Buy-Rating und sehen noch 20 Prozent Aufwärtspotenzial.
- Merck übertrifft Analystenerwartungen, Aktie steigt 7%.
- Life Science und Electronics zeigen starkes Wachstum.
- Analysten sehen 20% Aufwärtspotenzial für Merck.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Der DAX-Konzern Merck KGaA hat im dritten Quartal 2025 die Erwartungen deutlich übertroffen und zugleich seine Jahresprognose präzisiert. Das bereinigte EBITDA lag mit 1,67 Milliarden Euro rund 7 Prozent über dem Marktkonsens. Besonders die Sparten Life Science (818 Millionen Euro, +6 Prozent) und Electronics (236 Millionen Euro, +18 Prozent) überzeugten mit kräftigem organischem Wachstum von 5 bis 6 Prozent.
Anleger reagieren erleichtert auf die Zahlen. Nachdem die Aktie seit Monaten in einer Seitwärtsrange gefangen schien, konnten sich die Papiere am Donnerstagmorgen um rund 7 Prozent steigern und erreichten ein 6-Monats-Hoch.
Im Pharmageschäft profitierte Merck von einem einmaligen Erlös aus dem Verkauf einer Prüfungspriorität (PRV) sowie einem kräftigen Beitrag der im Sommer übernommenen US-Biotechfirma SpringWorks. Diese kompensiert laut UBS die ab November erwartete Konkurrenz durch Generika beim Multiple-Sklerose-Mittel Mavenclad.
Das versteckte Highlight des Pharmakonzerns ist die Electronics-Sparte, die vom KI-Boom profitiert. Die Sparte glänzt mit einem Umsatzplus von 7 Prozent und einem 17 Prozent höheren operativen Ergebnis – angetrieben durch starke Nachfrage nach Halbleitermaterialien für KI- und High-End-Chips.
Der Konzern erwartet für 2025 nun Umsätze zwischen 20,8 und 21,4 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro – die Mittelpunkte der Prognosespannen bleiben stabil.
Die DZ Bank stuft die Aktie weiterhin mit "Kaufen" und einem fairen Wert von 145 Euro ein. Der starke Bericht dürfte das Marktsentiment verbessern. Die Analysten sehen Merck auf gutem Weg: Die Turnaround-Storys in Electronics und Life Science schreiten voran, die Integration von Springworks stärkt das Healthcare-Geschäft – und 2026 bringt mit dem Amtsantritt von CEO Beckmann frischen strategischen Rückenwind.
Noch etwas optimistischer ist die Schweizer UBS. Die Bank bekräftigt ihr Buy-Rating und sieht den fairen Wert bei 150 Euro – rund 20 Prozent über dem aktuellen Kurs von 123,50 Euro.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
