Comeback-Asset der Stunde
Meme-Manie greift auf Gold über: Privatanleger pumpen Millionen in den Markt
Erst der Absturz, jetzt der Run: Gold handelt plötzlich wie GameStop früher. Privatanleger schieben Millionen in Rohstoff-ETFs – und Analysten sehen den nächsten Rekord schon wieder kommen.
- Gold erlebt Comeback, ähnlich wie Meme-Aktien.
- Privatanleger investieren massiv in Rohstoff-ETFs.
- Analysten erwarten Rekordhochs trotz hoher Volatilität.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Gold meldet sich mit einem Comeback zurück, das an die Hochphase der Meme-Aktien erinnert. Nur Wochen nach dem Absturz vom Rekordhoch um 4.400 US-Dollar steigt das Momentum wieder deutlich. Bloomberg zufolge sprang das Handelsvolumen des SPDR Gold Shares (GLD) am Mittwochnachmittag bereits über 1 Million Anteile – rund das Dreifache des Durchschnitts. Privatanleger legten laut JPMorgan-Stratege Arun Jain zudem 82,4 Millionen US-Dollar in Rohstoff-ETFs an. Das entspricht Zuflüssen, die höher liegen als an 95 Prozent aller bisherigen Handelstage des Jahres.
Der plötzliche Umschwung folgt auf Wochen, in denen sich Gold exakt so verhalten hatte, wie man es sonst von Social-Media-Favoriten kennt: hohe Schwankungen, euphorische Anstiege, abrupte Abverkäufe. Dass Privatanleger Ende Oktober erst massiv ausgestiegen waren – um nun wieder aggressiv zuzukaufen – bestätigt diese neue Dynamik.
Auch strategisch gewinnt Gold an Bedeutung. Die hohe Korrelation zu Aktien – eine Abkehr von der historischen Rolle als Gegenpol zum Markt – erklärt sich durch die Sorge vor einem weiter fallenden US-Dollar und durch die starke Nachfrage der Zentralbanken. "Gold wurde eine Zeit lang wie eine Meme-Aktie gehandelt", sagt Jeffrey Jacobson von 22V Research. Für Bergbauwerte ist das ein Rückenwind: Der VanEck Gold Miners ETF (GDX) bewegt sich laut Jacobson "tendenziell doppelt so schnell" wie der Goldpreis und liegt seit Jahresbeginn über 124 Prozent im Plus – deutlich mehr als die 57 Prozent des GLD.
Viele Strategen werten den jüngsten Rücksetzer deshalb nicht als Trendbruch. "Nachdem die Verkäufe hinter uns liegen, ist Gold gut positioniert, um seinen Weg zu einer weiteren Runde von Rekordhochs fortzusetzen", schreibt Ned-Davis-Stratege Tim Hayes. Zugleich steigt das Interesse an Optionsstrategien: Ein Händler setzte allein am Montag über 35 Millionen US-Dollar auf einen Anstieg des GLD über 390 US-Dollar bis Mitte Dezember. Jacobson hält Calls auf den GDX sogar für attraktiver, da deren Bewertung "unter dem 2-fachen gehandelt" werde.
Für die Minenaktien selbst erwarten Analysten trotz geringerer Produktion stark steigende Gewinne, oft deutlich über dem Tempo des Spot-Goldpreises. Newmont, Agnico Eagle und Barrick liegen seit Jahresbeginn allesamt weit vor dem S&P 500. Das Risiko bleibt jedoch hoch. Optionsspezialist Dean Curnutt warnt: "Eine hohe implizite Volatilität sagt Ihnen, dass die Bandbreite der möglichen Ergebnisse einfach sehr groß ist."
Gold ist damit zurück – und zwar in einer Form, die Anleger zuletzt eher von GameStop und Co. kannten.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

