Air-India-Beteiligung belastet
Singapore Airlines schockt mit Gewinneinbruch von 82 %
Singapore Airlines rutscht wegen der Air-India-Last im zweiten Quartal tief in die Krise und hofft trotz wachsender Unsicherheiten auf eine Trendwende.
- Gewinneinbruch bei Singapore Airlines um 82 Prozent.
- Air India-Beteiligung verursacht hohe Verluste.
- SIA setzt auf strategische Allianzen trotz Unsicherheiten.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Singapore Airlines(SIA) hat im zweiten Quartal einen massiven Gewinneinbruch erlitten und die Erwartungen der Analysten klar verfehlt. Der Nettogewinn fiel um 82 Prozent auf lediglich 52 Millionen Singapur-Dollar – weit unter den von LSEG prognostizierten 181,47 Millionen Singapur-Dollar. Der Absturz unterstreicht die zunehmenden finanziellen Risiken, die sich aus der Beteiligung an Air India ergeben.
Air-India-Effekt drückt Konzernbilanz auf Mehrjahrestief
Die nationale Fluggesellschaft Singapurs verzeichnete im Zeitraum Juli bis September Umsätze von 4,89 Milliarden Singapur-Dollar und blieb damit leicht hinter den erwarteten 4,94 Milliarden zurück. Schwerer wog jedoch der Einbruch des Quartalsgewinns, der sich nicht nur aus rückläufiger Nachfrage nach Zinseinnahmen, sondern vor allem aus hohen Verlustanteilen aus Beteiligungsunternehmen ergab.
SIA berichtete, dass assoziierte Firmen – allen voran Air India – im zweiten Quartal ein kombiniertes Minus von 295 Millionen Singapur-Dollar verursachten. Damit setzt sich eine Serie belastender Quartale fort. Seit dem Zusammenschluss von Air India mit Vistara im November 2024 hält SIA nun 25,1 Prozent an der indischen Airline.
Auch auf Halbjahressicht zeigen sich die Risiken deutlich: Der Nettogewinn für die ersten sechs Monate brach um 67,8 Prozent ein und sank auf 239 Millionen Singapur-Dollar.
Air India fordert Milliardenhilfen – Unfall im Juni verschärft Druck
Laut Bloomberg sucht Air India derzeit nach umfangreichen Finanzhilfen in Höhe von mindestens 100 Milliarden Rupien (rund 1,1 Milliarden US-Dollar), um Sicherheits- und Systemmodernisierungen zu finanzieren. Hintergrund ist ein schwerer Unfall im Juni, bei dem mehr als 240 Menschen ums Leben kamen.
Etwaige Kapitalzuflüsse müssten anteilig nach Eigentumsverhältnissen erfolgen – ein weiterer finanzieller Kraftakt für SIA und Tata Sons.
Dennoch betonte die Airline in einem Statement ihre langfristige strategische Ausrichtung: Man bleibe engagiert, gemeinsam mit Tata Sons Air India durch ein mehrjähriges Transformationsprogramm zu führen.
Partnerschaften wachsen – doch Unsicherheit im Frachtgeschäft bleibt
Abseits der Belastungen durch Air India setzt SIA weiterhin auf Ausbau strategischer Allianzen. Im September startete die Airline neue Codeshare-Verbindungen mit Vietnam Airlines, um ihre Position in Südostasien zu stärken. Im Oktober folgte eine erweiterte Zusammenarbeit mit der Lufthansa Group: Durch die Integration von Brussels Airlines in das bestehende Joint Venture sollen Europa–Asien-Verbindungen effizienter werden.
SIA warnt vor weiterem Gegenwind
In seinem Ausblick betonte der Konzern die fortbestehenden Herausforderungen für die globale Luftfahrtbranche: geopolitische Spannungen, makroökonomische Risiken, hohe Kosten und Engpässe in Lieferketten könnten die Erholung ausbremsen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Singapore Airlines Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,72 % und einem Kurs von 4,436EUR auf Tradegate (12. November 2025, 22:26 Uhr) gehandelt.

