Heftiges Preisbeben am Ölmarkt
Ist das der Beginn der Preis-Apokalypse bei Brent Öl? Ölpreis wankt bedenklich
Am gestrigen Mittwoch bebte der Ölmarkt gewaltig. Brent Öl kam deutlich zurück. In Anbetracht der überaus fragilen Konstellation stellt sich somit die Frage: Ist das der Beginn einer veritablen Talfahrt?
- Ölmarkt unter Druck, Brent fällt unter 65 US-Dollar.
- Gold und Silber steigen, Kupfer bleibt stagnierend.
- OPEC+ erhöht Förderung, könnte Überangebot riskieren.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Gold und Silber haussieren, während Öl und Kupfer leiden
Beim Blick auf die Edelmetall- und Rohstoffmärkte bietet sich aktuell ein uneinheitliches Bild. Während konjunktursensible Rohstoffe wie Öl und Kupfer leiden, haussieren Gold und Silber. Gold hat sich in Richtung 5.000
US-Dollar aufgemacht. Noch spektakulärer sieht es bei Silber aus. Der Silberpreis nimmt sein
aktuelles Hoch ins Visier und bläst damit zur Rekordjagd.
Dagegen ist der Kupferpreis (COMEX) noch in einer Handelsspanne gefangen. Der Blick auf den Ölpreis (Brent) lässt hingegen für die nächsten Wochen nicht viel Gutes erwarten. Hier könnte es gewaltig krachen.
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Brent Öl aus charttechnischer Sicht vor dem Knockout
Zäumen wir zunächst das Pferd von der charttechnischen Seite auf. Im Sommer bewegte sich Brent Öl in einer Handelsspanne von 65 US-Dollar bis 70 US-Dollar. Mit dem Rücksetzer unter die 65 US-Dollar im September sendete der Ölpreis ein massives Warnsignal. Es kam zu einem Test der 60 US-Dollar und damit zum Test der zentralen Unterstützungszone (erstreckt sich bis 58 US-Dollar). Brent Öl konnte diese Attacke aber noch einmal parieren und setzte zur Erholung an. Trotz vielversprechender Ansätze gelang es Brent Öl bislang nicht, sich wieder oberhalb von 65 US-Dollar zu etablieren. Vielmehr drehte der Ölpreis nach unten ab. Die neue Preisschwäche könnte sich zu einer veritablen Preis-Apokalypse auswachsen, wenn die Dynamik der Abwärtsbewegung weiter anhält und es für Brent Öl auch unter die Zone 60 US-Dollar / 58 US-Dollar gehen sollte.
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Ist die OPEC+ mit ihrer Fördermengenausweitung über das Ziel geschossen?
In den letzten Monaten erhöhten die führenden OPEC+ Staaten regelmäßig ihre Fördermengen. Begründet wurden diese Maßnahmen immer wieder mit einem prosperierenden Ölmarkt. Andere Organisationen bewerten die Lage und die Perspektiven etwas anders; Stichwort IEA. Dass die führenden OPEC+ Länder Anfang November eine weitere Ausdehnung der Fördermenge ab Dezember um 137.000 bpd beschlossen und gleichzeitig ankündigten, im 1. Quartal 2026 die Füße stillzuhalten, verunsichert eher. Wird der OPEC+ so langsam gewahr, dass sie dem Ölmarkt womöglich zu viel zumutet? Dass die Nachfrageseite das Angebot nicht aufnehmen kann?
Zusammengefasst – Ölpreis wankt bedenklich
Am Ölmarkt mehren sich Warnzeichen. Die Sorgen vor einem Überangebot greifen um sich. Im weiteren Tagesverlauf (nach Redaktionsschluss) werden noch die Zahlen der EIA (U.S. Energy Information Administration) für die Woche zum 07. November erwartet. Die Zahlen zur Woche zum 31. Oktober wiesen einen Aufbau der US-Rohöllagerbestände sowie eine US-Rohölproduktion auf Rekordniveau aus. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte das Brent Öl und WTI Öl weiter in Bedrängnis bringen. Für Brent Öl steht es Spitz auf Knopf. Bei einem Rücksetzer des Ölpreises unter die 60 US-Dollar / 58 US-Dollar könnte es rasch auf 50 US-Dollar oder 45 US-Dollar gehen. Die Bedeutung des Preisbereiches um 60 US-Dollar ist aus charttechnischer Sicht immens. Um Druck von der Unterseite zu nehmen, bedarf es eines Vorstoßes über die 70 US-Dollar.
Wenig überraschend stehen die Kursentwicklungen der Aktien der großen Ölkonzerne (Exxon Mobil, Shell, BP etc.) weiterhin im Schatten der imposanten Rallyebewegungen der großen Gold- und Silberproduzenten (Barrick, Newmont oder aber Pan American Silver). Es bleibt dabei. Während der Ölsektor um frisches Momentum ringt, geht im Edelmetallbereich bereits wieder die Post ab…
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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