Wieder Investition in Rüstung
Steigt der Norwegische Staatsfonds jetzt bei Rheinmetall ein?
Seit 20 Jahren investiert der Norwegische Staatsfonds nicht mehr in Rüstung. Doch das soll sich jetzt ändern.
- Norwegischer Staatsfonds plant Rüstungsinvestitionen 2027.
- Parlament prüft ethische Richtlinien seit 2004.
- Dilemma: Norwegen kauft Waffen, Fonds investiert nicht.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Das wäre ab 2027 wieder möglich, wenn das norwegische Parlament zustimmt. Am 4. November hatte es bereits für eine Überprüfung der ethischen Richtlinien des Fonds, die seit 2004 bestehen, befürwortet.
Ein solcher Schritt würde dem weltgrößten Fonds ermöglichen, Beteiligungen an 14 Rüstungsunternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1 Billion US-Dollar zu erwerben, in die er aktuell aufgrund ethischer Richtlinien nicht investieren darf, da sie Komponenten für Atomwaffen herstellen.
Die Unternehmen, die künftig wieder offen für Investitionen sein könnten, sind unter anderem: Lockheed Martin, Boeing, Airbus, BAE Systems, Safran, Thales, BWX Technologies, Northrop Grumman, Fluor, General Dynamics, Huntington Ingalls Industries, Jacobs Solutions, L3Harris Technologies und L&T. Rheinmetall gehört bis jetzt nicht zu der Aufstellung.
"Freiheit ist wichtiger als ESG", sagte Knut Kjaer, Gründungs-CEO des Fonds gegenüber Reuters. "Europa muss sich gegen die Aggression Russlands verteidigen. Warum sollten wir nicht in Waffen investieren?"
Er wies zudem darauf hin, dass Norwegen selbst Waffen von denselben Unternehmen kauft, in die der Fonds bislang nicht investieren durfte.
Änderungen der Richtlinien des Fonds könnten auch andere ESG-orientierte Investoren beeinflussen, ähnlich wie 2016, als entschieden wurde Unternehmen zu meiden, die 30 Prozent ihrer Umsätze aus Kohle generieren.
Am letzten Freitag ernannte das norwegische Finanzministerium eine Kommission zur Überprüfung der Richtlinien, die Empfehlungen bis Oktober 2026 abgeben soll; das Parlament soll im Juni 2027 darüber abstimmen.
Die Regierung betonte, dass Norwegen bereits direkter Kunde vieler dieser Rüstungsunternehmen ist.
Im Mandat der Kommission nennt das Finanzministerium ein Dilemma: Norwegen kauft Kampfflugzeuge von Lockheed und Fregatten von BAE Systems, hat aber vor 20 Jahren vereinbart, dass der Staatsfonds nicht in diese Firmen investiert.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

