Dritter Tag im Minus
SoftBank-Aktie fällt weiter – Tech-Sektor mit breitem Abverkauf
Der Kurssturz von SoftBank nach dem Nvidia-Ausstieg hält den dritten Tag an und schürt weiter Sorgen, dass die Schwäche des globalen Tech-Sektors anhält.
- SoftBank-Aktien fallen um 6,5% nach Nvidia-Verkauf.
- Marktwertverlust von fast 50 Mrd. USD in einer Woche.
- Negative Stimmung drückt globalen Tech-Sektor weiter.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die Aktien der SoftBank Group sind am Freitag in den asiatischen Handelsstunden erneut kräftig unter Druck geraten und fielen zeitweise um 9 Prozent, bevor sie ihre Verluste etwas reduzierten und zuletzt bei 6,5 Prozent niedriger schlossen. Damit setzt sich die Verkaufsserie des japanischen Technologiekonzerns bereits den dritten Handelstag in Folge fort – ein Ausverkauf, der zunehmend die gesamte asiatische Tech-Landschaft erfasst.
Massiver Marktwertverlust nach Nvidia-Verkauf
Der Absturz folgt auf die überraschende Mitteilung SoftBanks, seine vollständige Beteiligung am US-Chiphersteller Nvidia für 5,83 Milliarden US-Dollar veräußert zu haben. Die Transaktion wurde im jüngsten Quartalsbericht offengelegt, in dem der Konzern zudem einen teilweisen Rückzug aus seiner T-Mobile-Beteiligung bestätigte. Insgesamt flossen dadurch 9,17 Milliarden US-Dollar in die Kasse.
In der vergangenen Woche hatte die Aktie bereits fast 50 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt – der schwerste Wochenverlust seit März 2020. Nun steht die Aktie mit einer zweiten Woche massiver Abverkäufe da.
Rolf Bulk, Senior Equity Analyst bei New Street Research, sieht die heftigen Bewegungen jedoch nicht ausschließlich in der Unternehmensstrategie begründet: "Der heutige Ausverkauf ist weniger ein SoftBank-spezifisches Ereignis, sondern vielmehr eine Reaktion auf die allgemein negative Stimmung gegenüber Halbleitern und Technologiewerten. Vor diesem Hintergrund und angesichts des im historischen Vergleich niedrigen Holding-Abschlags überrascht ein Rückgang nicht."
SoftBank und Nvidia: Ein Kapitel mit Wiederholungen
Obwohl der vollständige Nvidia-Ausstieg einige Investoren irritierte, ist er nicht ohne Präzedenzfall. SoftBanks Vision Fund hatte bereits 2017 Nvidia-Aktien im Wert von rund 4 Milliarden US-Dollar aufgebaut, die Position jedoch bis Anfang 2019 komplett abgebaut.
SoftBank ist weiterhin in diverse KI-Initiativen involviert, die auf Nvidias Technologie basieren – darunter das gigantische 500-Milliarden-Dollar-Projekt "Stargate", ein geplanter Verbund moderner Datenzentren in den USA.
US-Technologieaktien ebenfalls unter Druck
Die schwache Stimmung setzte sich auch an der Wall Street fort. Nvidia und Broadcom schlossen gestern 3,6 Prozent bzw. 4,3 Prozent tiefer. Alphabet rutschte um 2,8 Prozent ab. Die globale Risikoaversion gegenüber Tech-Titeln bleibt damit deutlich spürbar und verstärkt die Abwärtsdynamik in Asien.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

