American Dream stirbt

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    Das eigene Zuhause wird für Amerikaner immer mehr zum Luxus

    Hohe Zinsen und explodierende Preise treiben Millionen Amerikaner in die Enge. Immer weniger können sich Immobilien leisten – selbst bei steigenden Einkommen. Die einstige Säule des "American Dream" droht einzustürzen.

    Für Sie zusammengefasst
    • Hohe Zinsen und Preise machen Wohnen unerschwinglich.
    • Nur 30% der Häuser für Durchschnittsverdiener bezahlbar.
    • Wohnungskrise betrifft alle, der "American Dream" zerbricht.
    • Report: Die Jahresendrallye rollt an
    American Dream stirbt - Das eigene Zuhause wird für Amerikaner immer mehr zum Luxus

    Die Vereinigten Staaten stecken tiefer denn je in einer Wohnungskrise, die längst nicht mehr nur die Ärmsten der Bevölkerung trifft. Selbst Menschen mit einem mittleren Einkommen geraten mittlerweile ins Abseits. Während die Wirtschaft nominal wächst, schwindet für viele Bürger das, was einst selbstverständlich war: ein bezahlbares Zuhause.

    Aktuell sind weniger als 30 Prozent der angebotenen Häuser für Durchschnittsverdiener erschwinglich – ein Tiefpunkt seit Jahrzehnten, wie aus einem Bericht von Realtor.com hervorgeht. Der Grund sind hohe Hypothekenzinsen, die die Kaufkraft drastisch geschwächt haben. Aktuell liegen die Zinsen für 30 Jahre laufende Hypotheken bei etwa 6,2 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland wird bei einer Sollzinsbindung über 30 Jahre ein fester Zins von rund 3,93 Prozent fällig, was einem effektiven Jahreszins um 4 Prozent entspricht.

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    Für die Vereinigten Staaten bedeuten die hohen Hypothekenzinsen, dass sich ein Haushalt mit mittlerem Einkommen maximal ein Haus für 298.000 US-Dollar leisten kann; 2019 waren es noch 325.000 US-Dollar. Trotz eines Einkommensanstiegs von rund 16 Prozent ist die reale Kaufkraft gleichzeitig um fast 30.000 US-Dollar gefallen.

    "Selbst wachsende Löhne werden von den Zinsen aufgefressen", erklärt Danielle Hale, Chefökonomin bei Realtor.com. Das Ergebnis: Viele Familien suchen kleinere Häuser, ziehen weiter hinaus – oder geben den Traum vom Eigenheim ganz auf. Das zeigt sich deutlich am Immobilienmarkt. Die Zahl der Hauskäufe ist laut Harvard-Zahlen auf den niedrigsten Stand seit den 1990er-Jahren gefallen.

    Doch nicht nur Käufer leiden. Mieten und Nebenkosten fressen inzwischen durchschnittlich 42 Prozent des Haushaltseinkommens, ergab eine Umfrage von Built Ende August. Besonders hart trifft es Familien, die immer pessimistischer werden: 42 Prozent glauben nicht, dass sich ihre Kinder jemals eine Immobilie in einer vergleichbaren Nachbarschaft werden leisten können.

    Die strukturellen Probleme sind tief verwurzelt. Der Mangel an 4,5 bis 7 Millionen Wohnungen wird durch veraltete Bauvorschriften und bürokratische Hürden verschärft. In vielen Städten blockieren lokale Anwohnergruppen neue Projekte mit Klagen, Bauanträge dauern Jahre. Selbst wenn Baugrund vorhanden ist, bleibt er oft ungenutzt. Ein Viertel der Neubaukosten entfällt laut Studien allein auf Regulierung und Genehmigungen – Kosten, die letztlich Käufer und Mieter tragen.

    Zugleich wächst der Zuspruch für staatlich geförderten Wohnraum. Zwei Drittel der Befragten sehen "Affordable Housing" heute positiv – nicht mehr als soziale Stigmatisierung, sondern als Rettungsanker. "Erschwinglicher Wohnraum ist keine Wohltätigkeit, sondern Voraussetzung dafür, dass der amerikanische Traum überlebt", sagt Built-CEO Chase Gilbert. Aber diese Zuschüsse will die aktuelle US-Regierung am liebsten so schnell wie möglich abschaffen.

    Mehr als eine Million einkommensschwache Familien könnten ihre subventionierten Wohnungen verlieren, sollte die von Präsident Trump vorgeschlagene Zweijahresgrenze für Mietzuschüsse in Kraft treten, hat die New York University errechnet. Betroffen wären vor allem Alleinerziehende, Familien mit Kindern und Geringverdiener, die bereits heute am Limit leben. Für weniger wohlhabende Haushalte spitzt sich die Lage zu.

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    Die Folge: immer mehr Senioren nehmen so genannte Reverse Mortgages auf – Kredite, die ihr Eigenheim beleihen, um die Rente aufzubessern. Die Financial Times spricht von einem "beunruhigenden Trend", der zeige, wie stark selbst Hausbesitzer unter dem wirtschaftlichen Druck leiden.

    Die Krise zieht sich damit quer durch Generationen und Gesellschaftsschichten: Junge Menschen kommen nicht mehr in den Markt hinein, Ältere rutschen wieder hinaus. Der "American Dream" – vom Tellerwäscher zum Millionär mit Villa oder zumindest in seiner abgespeckten Version mit sicherem Einkommen zum Eigenheim – droht zur Illusion zu werden.

    Die US-Wohnungskrise ist kein Randthema mehr, sondern ein Spiegel der sozialen Spaltung des Landes. Die Kluft zwischen dem Wunsch nach einem eigenen Zuhause und der Finanzierbarkeit scheint sich nur immer weiter öffnen. So wird das Eigenheim für Millionen Amerikaner endgültig zum unerreichbaren Luxusgut.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
    American Dream stirbt Das eigene Zuhause wird für Amerikaner immer mehr zum Luxus Hohe Zinsen, explodierende Preise und politische Fehlanreize treiben Millionen Amerikaner in die Enge. Immer weniger Familien, Senioren und Berufstätige können sich ein Dach über dem Kopf leisten – selbst bei steigenden Einkommen. Die einstige Säule des "American Dream" droht einzustürzen.

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