KI-Wachstum gefährdet?
Dieses Risiko könnte den KI-Boom stoppen!
Goldman Sachs warnt: Nicht Chips bremsen den KI-Boom der USA, sondern ein überlastetes Stromnetz. China baut derweil riesige Kapazitätsreserven auf.
- USA: Stromnetz überlastet, nicht Chipmangel entscheidend.
- Chinas Kapazitäten wachsen, USA verlieren Reserven.
- Energieengpass bremst KI-Fortschritt in den USA.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Die Vereinigten Staaten treiben den globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz voran, doch Goldman Sachs sieht eine Gefahr, die größer ist als Chipmangel, Rohstoffe oder Fachkräfte: fehlende Elektrizität. Der Energiehunger neuer Rechenzentren hat das Stromnetz bereits stark belastet. Diese Anlagen beanspruchen inzwischen rund 6 Prozent des gesamten Strombedarfs der Vereinigten Staaten. Bis 2030 könnte dieser Anteil auf 11 Prozent steigen und regionale Netze über kritische Grenzen treiben, wie die Analysten erklären. Sie schreiben:
"Eine zuverlässige und ausreichende Stromversorgung wird zu einem entscheidenden Faktor, weil Infrastrukturengpässe nur langsam lösbar sind."
USA führen bei Rechenzentren – aber verlieren Reserven
Die Vereinigten Staaten stellen 44 Prozent der weltweiten Rechenzentrumskapazität. Das übertrifft China, die Europäische Union, Japan, Korea und Indien zusammen. Gleichzeitig schrumpft jedoch die Reserveleistung im Hochsommer. Vor fünf Jahren lag sie noch bei 26 Prozent, inzwischen nur noch bei 19 Prozent. Hält das KI-Wachstum an, könnte die Reserve laut Goldman Sachs bis Ende des Jahrzehnts unter die kritisch enge Marke von 15 Prozent fallen.
China baut vor – und schafft gewaltige Strompuffer
Während die US-Kapazitäten schrumpfen, hat China seine Energieproduktion massiv ausgeweitet. Nach einer Versorgungskrise im Jahr 2021 erhöhte Peking die Leistung erneuerbarer Energien, von Gas- und Kohlekraftwerken sowie von Atomkraft. Bis 2030 könnte das Land rund 400 Gigawatt an effektiver Reserveleistung vorhalten. Das wäre mehr als das Dreifache des erwarteten weltweiten Strombedarfs aller Rechenzentren. "Wir erwarten, dass Chinas Reservekapazität ausreicht, um das Wachstum der Rechenzentren zu tragen und zugleich andere Industrien zu versorgen", schreibt das Analystenteam.
USA bremsen sich selbst
Die Vereinigten Staaten schließen weiterhin Kohlekraftwerke, ohne ausreichend Gas- oder erneuerbare Anlagen zu ersetzen. Dazu kommen lange Projektlaufzeiten und ein globaler Mangel an Gasturbinen, was den Ausbau weiter hemmt. Die Analysten warnen erneut:
"Zuverlässige und ausreichende Stromversorgung wird zu einem entscheidenden Faktor, weil Engpässe im Netz nur langsam lösbar sind."
Nvidia-Chef und UBS schlagen ebenfalls Alarm
Nvidia-Chef Jensen Huang sieht Energie als wachsende Hürde für den amerikanischen KI-Fortschritt. Er sagte gegenüber der Financial Times, dass zu viele neue Vorschriften die Innovation bremsen könnten. Zugleich verwies er auf chinesische Stromsubventionen, dank derer lokale Unternehmen ihre KI-Chips besonders günstig betreiben können, da dort "Strom kostenlos ist".
Auch die UBS warnt vor einem wachsenden Energieengpass und verweist darauf, dass die Nachfrage nach KI-Datenzentren in den Vereinigten Staaten zwar sehr robust sei, Elektrizität jedoch der größte Flaschenhals bleibe, wie Analystin Yan Yishu erklärte.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die NVIDIA Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,12 % und einem Kurs von 160,5USD auf Tradegate (14. November 2025, 16:26 Uhr) gehandelt.

