Umschichtung im Portfolio
Hedgefonds bereiten sich auf stürmische Zeiten vor
Hedgefonds verkauften in den vergangenen Wochen so viele Aktien wie seit mehr als sechs Monaten nicht mehr. Am meisten aus dem Energiesektor.
- Hedgefonds verkaufen Aktien im Energiesektor massiv.
- Risikokontrollen der Banken nach Insolvenzen unter Druck.
- Markt erholt sich, Anleger bleiben jedoch vorsichtig.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Goldman Sachs berichtet von einem Ausverkauf von Aktien aus dem Energiesektor. JPMorgan hob zudem einen deutlichen Abverkauf im Bankensektor hervor.
Die Insolvenzen von First Brands und Tricolor lenkten die Aufmerksamkeit im Oktober auf die Risikokontrollen der Banken und den intransparenten Kreditmarkt, in dem komplexe Darlehen es zunehmend erschweren, das Risiko einzelner Marktteilnehmer einzuschätzen. Das wurde aber von dem US-Shutdown und der Annahme überdeckt, dass neue Regularien Banken und Verbraucher besser absichern als 2008.
Nach dem Shutdown schien sich der Markt wieder zu erholen. Aber Anleger und Hedgefonds werden vorsichtiger.
Hedgefonds verkauften in den vergangenen Wochen in allen wichtigen Handelsregionen Aktien – mit Ausnahme Europas – und dies im größten Umfang seit sechs Monaten, so Goldman Sachs.
Die Fonds warfen verlustreiche Long-Positionen über Bord und bauten Short-Wetten auf. Im ersten Quartal 2025 hielten Privatanleger über die Hälfte des gesamten US-Aktienmarktvolumens, während Hedgefonds weniger als 10 Prozent ausmachten.
Der Hedgefonds-Verkauf konzentrierte sich dabei auf Unternehmen aus den Bereichen Öl, Gas und Verbrauchsbrennstoffe.
Die von der Prime-Brokerage-Sparte von Goldman Sachs erfasste Energie-Aktienexponierung der Hedgefonds liegt nun auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren, so die Bank.
Auch scheint die Luft aus dem KI-Trade so langsam abgelassen: Die Verkauf von Energiewerten, die klare Gewinner des Hypes waren, spiegelt Gewinnmitnahmen und Risikominimierung wider.
Problem: Investoren und Entscheidungsträger befinden sich derzeit im Blindflug, weil der US-Government-Shutdown sie von wichtigen Wirtschaftsdaten abgeschnitten hat. Und auch, ob eine Zinssenkung der Federal Reserve (Fed) noch in diesem Jahr erfolgt, wird immer ungewisser.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

