Donnerschlag zum Wochenende
Dramatische Entwicklungen bei Silber. Wie schlimm wird es für den Silberpreis?
An Dramatik waren die letzten Handelstage kaum zu überbieten. Wähnte man Silber am Donnerstag mit Preisen nahe der 55 US-Dollar auf neuer Rekordjagd, bot sich am Freitag ein ganz anderes Bild. Der Silberpreis wankte.
- Silberpreis schwankt stark, Rekordjagd vorerst gestoppt.
- Gold bleibt über Korrekturboden, Silber stabiler Preis.
- Marktentwicklungen könnten Kaufchancen bieten.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Gold und Silber werden abrupt ausgebremst
Innerhalb weniger Stunden drehten bei Gold und Silber die Stimmung und die Preise. Statt neuer Rekordjagd heißt es nun Schadensbegrenzung. Ob der Marktenge vollzog sich der temporäre Umschwung bei Silber deutlich geräuschvoller als bei Gold. Die Entwicklung der letzten Stunden nur auf die eingetrübten Zinshoffnungen zu reduzieren, wäre jedoch zu kurz gegriffen.
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Wie sind die Preiseinbrüche einzuordnen?
Die Vehemenz des Rücksetzers mag verunsichern, doch letztendlich lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt feststellen, dass noch gar nichts passiert ist, was die übergeordnete Aufwärtsbewegung gefährden könnte. Gold notiert noch immer oberhalb des potenziellen Korrekturbodens von 3.800 US-Dollar. Die zentrale Unterstützung bzw. die Grenze des bullischen Szenarios bei 3.430 US-Dollar ist zudem noch sehr weit weg. Und auch der Silberpreis notiert deutlich oberhalb relevanter Bereiche - 46 US-Dollar als potenzieller Korrekturboden und 40 US-Dollar als Grenze des bullischen Szenarios.
Abseits von Gold und Silber bahnt sich bei Kupfer ebenfalls ein Preisbeben an. Kupfer (COMEX) nähert sich bedenklich der unteren Begrenzung der seit Wochen intakten Seitwärtsbewegung.
Mögliche Gründe für den heftigen Abverkauf bei Silber
Die eingetrübten Zinshoffnungen sind sicherlich ein möglicher Grund für den Preiseinbruch bei Silber, aber nicht der einzige. Und womöglich auch nicht der entscheidende. Gold und Silber kamen ins Rutschen, als es an den Aktienmärkten ungemütlich wurde. Dax, S&P 500, Nasdaq 100 ließen am Donnerstag ordentlich Federn. Dass die Edelmetalle ebenfalls nach unten gezogen wurden, legt den Verdacht nahe, dass der eine oder andere Marktakteur bei Silber (und Gold) Kasse gemacht hat, um anderswo Löcher zu stopfen. Da passt es ins Bild, dass weder vom Anleihenmarkt noch vom Devisenmarkt nennenswerter Druck auf Silber ausgeübt wurde. Der wichtige US-Dollar-Index notiert unverändert unterhalb der wichtigen Marke von 100 Punkten. Ein Erstarken des Greenbacks lässt weiter auf sich warten. Ein Ähnliches Bild bietet sich beim Blick auf die Entwicklung der Renditen der für die Betrachtung wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen. Mit aktuell 4,15 Prozent legten die Renditen zwar zuletzt etwas zu, doch „bedrohlich“ ist das Ganze noch nicht.
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Zusammengefasst - Steht der Silberpreis gar vor einem Crash?
Der furiose Erholungsversuch bei Gold und vor allem bei Silber nahm ein abruptes Ende. Noch sollte man das Ganze nicht überbewerten. Letztendlich wird es sich erst am 10. Dezember entscheiden, ob die Fed die Leitzinsen senkt oder aber nicht. Der Druck von fundamentaler Seite hält sich noch in Grenzen. Weder ist eine neue Stärke des US-Dollars noch eine bedrohliche Entwicklung der Anleiherenditen zu erkennen. Insofern könnte sich die aktuelle Preisschwäche sogar als vorweihnachtliches Geschenk entpuppen. In den nächsten Handelstagen könnten sich Kaufchancen bieten. Der Silberpreis ist fundamental (Stichwort Defizit) abgesichert. Das Risiko von knackigen Rücksetzern besteht ob der Marktenge jederzeit. Mit einem handfesten Crash ist indes nicht unbedingt zu rechnen. Vielmehr haben auf lange Sicht sowohl Silber als auch Gold noch enormes Aufwärtspotenzial. Gleiches gilt für die Aktien der großen Produzenten – Barrick Mining, Newmont Corp., Pan American Silver uvm.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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