Passives Einkommen
Conagra: Stabiler Cashflow und beeindruckende Rendite
Die Aktie von Conagra Brands ist tief gefallen – doch ihre hohe Dividendenrendite weckt neues Interesse. Dank starker Marken und solider Bilanzen ist der Konsumriese ein zuverlässiger Dividendenzahler.
- Conagra Brands: Hohe Dividendenrendite von 8% lockt Anleger.
- Trotz Kursverlusten bleibt Dividende stabil und sicher.
- Strategische Neuausrichtung zielt auf Effizienz und Nachhaltigkeit.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Die Konsumbranche, insbesondere der Basiskonsumgütersektor, hat den Ruf, ein zuverlässiger und stabiler Dividendenzahler zu sein. Dies liegt vor allem an der Natur ihres Geschäftsmodells: Da sie Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Hygieneprodukte herstellen, besteht eine konstante Nachfrage, unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage.
Diese defensive Eigenschaft führt zu stabilen und vorhersehbaren Einnahmen und starken Cashflows, die es den Unternehmen ermöglichen, auch in Abschwungphasen kontinuierliche Dividendenzahlungen aufrechtzuerhalten.
Conagra Brands ist ein klassischer Dividendenwert aus der US-Lebensmittelbranche, der für uns im Rahmen des Dividenden-Radar interessant sein kann. Vor allem als defensiver Konsumtitel mit stabilen Cashflows. Was auf den ersten Blick für den Konzern spricht, ist seine erstaunliche Dividendenrendite. Sie ist fast doppelt so hoch wie die des Gasversorgers UGI Corporation, den wir uns in der vergangenen Woche im Radar genauer angesehen haben. Es lohnt sich ein genauerer Blick auf die Chancen und die Risiken, die damit verbunden sind.
Conagra Brands steht sinnbildlich für den defensiven Charme der Lebensmittelbranche – und für die aktuelle Krise vieler Konsumgüterkonzerne. Während der S&P 500 in diesem Jahr neue Rekorde markiert, haben Konsumwerte deutlich an Boden verloren. In den vergangenen sechs Monaten fiel der Sektor um rund siebeneinhalb Prozent, Schwergewichte wie General Mills und Kraft Heinz sogar um ein Fünftel oder mehr.
Der Grund: hartnäckige Inflation, verändertes Kaufverhalten und ein Preisdruck, der selbst Marktführer nicht verschont. Aber auch, dass viele Aktien, selbst von verlässlichen Großkonzernen, ins Abseits geraten sind, weil sie vom Markt schlichtweg übersehen werden. An den Börsen und in den Medien gibt es seit fast 3 Jahren nur noch ein Thema: Künstliche Intelligenz. Und damit haben die Konsumwerte wenig zu tun. Aber vielleicht ist ja genau das langfristig ein Vorteil.
Aktuell kommt Conagra auf eine außergewöhnlich hohe Dividendenrendite, eine der höchsten in der Branche. Der Kurs liegt aktuell bei 17,43 US-Dollar, die Jahresdividende beträgt 1,40 US-Dollar, was einer Rendite von 8,0 Prozent entspricht – fast sechsmal so viel wie der Durchschnitt des S&P 500.
Das Unternehmen mit Sitz in Chicago, das für Marken wie Healthy Choice, Birds Eye, Hunt’s, Slim Jim oder Duncan Hines bekannt ist, bietet Anlegern damit eine der höchsten laufenden Ertragschancen im Konsumsektor. Zum Vergleich: Kraft Heinz kommt aktuell auf 6,4 Prozent und General Mills auf 5,2 Prozent. Conagra hat seine Dividende in den letzten 10 Jahren nicht gekürzt, seit der Ausgliederung von Lamb Weston Holdings.
Allerdings hat die Conagra-Aktie in den letzten zwölf Monaten 36 Prozent an Wert verloren. Von einem 52-Wochen-Hoch bei 28,69 US-Dollar im Dezember 2025 rutschte sie zwischenzeitlich auf ein 15-Jahres-Tief von 16,60 US-Dollar ab, bevor sie sich nun wieder auf knapp über 17 US-Dollar erholte. Der Markt preist also erhebliche Skepsis ein – doch die Fundamentaldaten sind robuster, als der Kurs vermuten lässt.
Im jüngsten Quartal sanken die Umsätze um 5,8 Prozent auf 2,6 Milliarden US-Dollar, organisch lag das Minus bei 0,6 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel um 26 Prozent auf 0,39 US-Dollar, die Marge sank auf 11,8 Prozent. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 wurden bestätigt.
Trotz dieser Schwächephase gelang es Conagra, die Verschuldung zu reduzieren: Durch den Verkauf älterer, margenschwacher Marken wie Chef Boyardee, Van de Camps und Mrs. Paul’s nahm das Unternehmen über 400 Millionen US-Dollar ein und nutzte die Erlöse, um Nettoverbindlichkeiten zu tilgen. Die Zinskosten gingen daraufhin um über elf Prozent zurück – ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Bilanz und Absicherung der Dividende.
Umbau und Aussichten
Conagra arbeitet zudem aktiv an der strategischen Neuausrichtung seines Portfolios. Der Fokus liegt auf margenstarken Kernmarken, Nachhaltigkeit und Innovation. In Kooperation mit Bloom Energy stattet Conagra seine Produktionsstätten in Ohio mit Brennstoffzellentechnologie aus, um bis zu 75 Prozent des Energiebedarfs emissionsfrei zu decken. Damit reduziert das Unternehmen seine Treibhausgasemissionen um rund 19 Prozent und kommt seinen Nachhaltigkeitszielen bis 2030 deutlich näher. Gleichzeitig reagiert Conagra auf gesellschaftliche Trends und wird bis 2027 sämtliche künstlichen Farbstoffe aus seinem Tiefkühlangebot entfernen – ein Schritt, der das Markenimage langfristig stärken soll.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,70 und 1,85 US-Dollar bei stabilen bis leicht rückläufigen Umsätzen. Die Prognose spiegelt eine vorsichtige, aber solide Geschäftspolitik wider. Trotz des Preisdrucks soll die operative Marge im frisch angelaufenen Geschäftsjahr 11 bis 11,5 Prozent betragen – ein Zeichen, dass Kostenkontrolle und Markenstärke greifen.
Bewertungstechnisch erscheint die Aktie attraktiv. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,8 notiert Conagra deutlich unter dem Branchendurchschnitt von knapp 16. Der Markt scheint das Ertragspotenzial des Konzerns derzeit zu unterschätzen – ein Umstand, den Dividendenanleger ausnutzen könnten. Die Ausschüttungsquote liegt bei rund 75 Prozent, was für ein Unternehmen mit konstantem Cashflow noch als tragfähig gilt. Die Dividende wurde zuletzt am 30. Oktober 2025 gezahlt, und Conagra hat sie fünf Jahre in Folge erhöht.
Die Analysten zeigen sich verhalten optimistisch. Von 17 befragten Experten empfehlen die meisten, die Aktie zu halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 20,34 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von rund 17 Prozent entspricht. Morgan Stanley sieht Conagra auf einem stabilen, wenn auch kostenintensiven Weg, während UBS auf Verbesserungspotenzial bei Margen und Effizienz verweist. Beide Häuser halten an ihrer Einschätzung fest, dass das Unternehmen seinen Gewinn mittelfristig stabilisieren und Anlegern weiterhin eine sichere Dividende bieten kann.
12.000 Euro Dividenden-Einkommen
Wer auf planbare Erträge setzt, kann sich die Größenordnung leicht ausrechnen: Um jährlich 12.000 Euro Dividende (rund 14.000 US-Dollar) zu erhalten, wären bei einer Dividende von 1,40 US-Dollar pro Aktie genau 10.000 Aktien nötig. Bei einem Kurs von 17,43 US-Dollar entspricht das einer Investition von 174.300 US-Dollar, beziehungsweise knapp 150.000 Euro.
Zum Vergleich: Bei dem Gasversorger UGI aus der vergangenen Radar, der mit 141 Jahren verlässlichen Ausschüttungen punktet, waren es mehr als 270.000 Euro. Und bei Bristol-Myers Squibb in der Woche davor rund 221.000 Euro.
Steuerliche Behandlung von US-Dividenden
Für deutsche Anleger gilt: Die US-Quellensteuer wird gemäß Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland von 30 Prozent auf 15 Prozent reduziert. Diese 15 Prozent werden dann auf die deutsche Abgeltungssteuer von 25 Prozent angerechnet. Hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Damit bleibt die effektive Steuerbelastung moderat.
Fazit
Conagra Brands ist kein Wachstumswunder, aber ein klassischer Dividendenwert mit defensiver Substanz. Nach massiven Kursverlusten und der aktuell historisch hohen Rendite von über acht Prozent bietet die Aktie unter Umständen eine attraktive Einkommenschance – vorausgesetzt, man bringt Geduld und Risikotoleranz mit.
Der Umbau des Markenportfolios, die solide Bilanzarbeit und die Fokussierung auf Effizienz zeigen, dass sich Conagra diszipliniert durch eine schwierige Marktphase kämpft. Für den Dividenden-Radar ist der Lebensmittelriese ein Paradebeispiel für relativ sichere laufende Erträge in einem schwachen Marktumfeld – mit Chancen auf eine Erholung, sobald die Branche wieder Vertrauen gewinnt.
Übersicht zur Dividende von Conagra Brands*
Marktkapitalisierung: 8,34 Milliarden US-Dollar (7,16 Milliarden Euro)
Dividende erhöht: 5 Jahre in Folge
Dividende nicht gesenkt: 10 Jahre in Folge
Dividende kontinuierlich ausgeschüttet: 50 Jahre in Folge
Zeitplan
30.09.2025: Dividendenankündigung
30.10.2025: Record Day / Ex-Dividende
26.11.2025: Dividendenzahlung
* Quelle: Conagra Brands, wallstreetONLINE.
| Geschäftsjahr |
Dividendenrendite in %** |
Dividende in US-Dollar |
|---|---|---|
| 2030 | 9,22e | 1,60e |
| 2029 | 8,41e | 1,46e |
| 2028 | 8,41e | 1,46e |
| 2027 | 8,18e | 1,42e |
| 2026 | 8,07e | 1,40e |
| 2025 | 8,07e | 1,40e |
| 2024 | 5,05 | 1,40 |
| 2023 | 4,61 | 1,32 |
| 2022 | 3,23 | 1,25 |
| 2021 | 3,05 | 1,04 |
| 2020 | 2,34 | 0,85 |
* Quellen: Conagra, FactSet, wallstreetONLINE.
** Zur Errechnung der Dividendenrendite wurde der Schlusskurs des jeweiligen Geschäftsjahres genommen, beziehungsweise für 2025 und die Prognosen der aktuelle Kurs.
Die optimale Dividendenstrategie
Eine optimale langfristige Dividendenstrategie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem individuellen Risikoprofil, den Anlagezielen und der finanziellen Situation. Hier sind jedoch einige allgemeine Prinzipien, die empfohlen werden können:
Diversifikation: Investieren Sie in eine breite Palette von Unternehmen und Sektoren, um das Risiko zu streuen. Diversifikation kann helfen, das Portfoliorisiko zu mindern, da nicht alle Sektoren gleichzeitig von Marktschwankungen betroffen sind.
Qualitätsaktien wählen: Achten Sie auf Unternehmen mit einer starken Bilanz, stabilen Cashflows und einer Geschichte von zuverlässigen und wachsenden Ausschüttungen. Solche Unternehmen sind oft besser positioniert, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zu zahlen.
Reinvestition von Dividenden: Das Reinvestieren von Dividenden kann das Wachstum des Portfolios beschleunigen. Durch den Zinseszinseffekt können reinvestierte Dividenden über die Zeit einen signifikanten Beitrag zum Gesamtertrag des Portfolios leisten.
Langfristige Perspektive: Dividendenstrategien sind oft langfristig ausgerichtet. Marktschwankungen sollten daher nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Geduld und Beständigkeit sind Schlüssel zum Erfolg.
Steuereffizienz berücksichtigen: Die steuerliche Behandlung von Dividenden kann je nach Land und individueller Situation variieren. Es ist wichtig, Steuereffekte in die Strategie einzubeziehen.
Überwachung und Anpassung des Portfolios: Portfolios sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den eigenen Anlagezielen entspricht und gut diversifiziert bleibt.
Bewertung: Achten Sie auf die Bewertung der Aktien. Hohe Dividendenrenditen sind nicht immer ein gutes Zeichen; sie können auch ein Hinweis auf Probleme im Unternehmen sein.
Verwendung von Dividendenfonds, -ETFs: Für Anleger, die nicht direkt einzelne Aktien auswählen möchten, können Dividendenfonds eine praktikable Alternative sein, da sie eine gute Möglichkeit zur Diversifikation bieten.
Fazit:
Dividendeninvestitionen können eine großartige Möglichkeit sein, ein passives Einkommen aufzubauen. Indem Sie sich auf Unternehmen mit stabiler Dividendenhistorie konzentrieren, können Sie Ihr Portfolio schrittweise ausbauen. Dabei ist natürlich immer zu beachten, dass Investitionen in Dividendenaktien – wie alle Investitionen – mit Risiken verbunden sind.
Weitere interessante Dividenden-Aktien befinden sich übrigens auch in der Dividenden-Watchlist unseres Börsenexperten Markus Weingran, dessen Börsenlounge sich täglich mit aktuellen Marktentwicklungen, Investitionstipps und Finanzthemen befasst.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
Disclaimer: Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.
