Carsten Stork
CO₂-Zertifikate – Politische Debatte ändert nichts am strukturellen Aufwärtstrend
Die CO₂-Zertifikate (EU ETS) konnten die vergangene, sehr kurze Weihnachts-Handelswoche mit einem Plus von +1,69 % abschließen. Der Kontrakt beendete die Woche bei 88,55 EUR pro Tonne und markierte damit ein neues Jahreshoch. De facto schloss der …
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Die CO₂-Zertifikate (EU ETS) konnten die vergangene, sehr kurze Weihnachts-Handelswoche mit einem Plus von +1,69 % abschließen. Der Kontrakt beendete die Woche bei 88,55 EUR pro Tonne und markierte
damit ein neues Jahreshoch. De facto schloss der Markt damit am Hoch, was die anhaltende Stärke des Trends unterstreicht.
Die Handelswoche war – ähnlich wie bei anderen europäischen Märkten – von geringer Liquidität geprägt. Dennoch blieb die Nachfrage nach Emissionsrechten stabil, Rücksetzer wurden nicht genutzt, um
Gewinne mitzunehmen. Das spricht für eine weiterhin konstruktive Marktstruktur.
Politisch sorgten zuletzt Berichte über ein mögliches Aufweichen des EU-Verbrennerverbots ab 2035 für Aufmerksamkeit. Diskutiert werden unter anderem Ausnahmen für Plug-in-Hybride, Range-Extender
sowie eine Absenkung der CO₂-Reduktionsziele von 100 % auf 90 % bis 2040. Als Ausgleich sollen vermehrt Biokraftstoffe, E-Fuels und grüner Stahl eingesetzt werden.
Bemerkenswert ist jedoch, dass der CO₂-Markt auf diese Nachrichten kaum reagiert hat. Im Gegenteil: Der Preis stieg weiter und erreichte mit zuletzt über 88 EUR je Tonne im meistgehandelten
Kontrakt das höchste Niveau seit August 2023. Das unterstreicht, dass der Markt die Diskussion eher als politische Feinjustierung denn als echte Richtungsänderung interpretiert.
Strukturell bleibt die Ausgangslage klar: Das Angebot an Zertifikaten wird weiter verknappt, während der Bedarf aus der Industrie durch den schrittweisen Abbau der kostenlosen Zuteilungen steigt.
Diese Mechanik wirkt unabhängig davon, ob einzelne Klimaziele zeitlich oder technisch angepasst werden. Um die Preisdynamik nachhaltig zu bremsen, wären deutlich tiefgreifendere regulatorische
Änderungen notwendig.
Fazit:
CO₂-Zertifikate bestätigen ihre Rolle als struktureller Bullenmarkt. Trotz politischer Diskussionen über das Verbrenner-Aus bleibt die Angebots-Nachfrage-Logik intakt. Der Wochenschluss nahe dem
Jahreshoch ist ein klares Signal von Stärke. Solange die Verknappung des Angebots fortschreitet und die Industrie mehr Zertifikate benötigt, bleibt die übergeordnete Zielrichtung für den CO₂-Preis
weiter nach oben gerichtet.
Verfasst von Renditemanufaktur
