Blutbad am Kryptomarkt
Bitcoin kollabiert – so brutal könnte der Absturz enden
Bitcoin hat seit seinem Rekordhoch im Oktober rund 25 Prozent verloren. Experten warnen vor weiteren Rückschlägen – wie tief es gehen könnte.
- Bitcoin verlor 25% seit Rekordhoch im Oktober.
- Institutionelle Investoren ziehen Kapital ab, Markt drückt.
- Korrektur könnte weitergehen, 70.000$ in Sicht.
- Report: Die Jahresendrallye rollt an
Bitcoin hat seine Jahresgewinne nahezu vollständig verloren und pendelt nach einem starken Rückgang zuletzt um 95.600 US-Dollar. Seit dem Rekordhoch von 126.251 US-Dollar im Oktober hat die Kryptowährung fast 25 Prozent eingebüßt. Der Einbruch begann, als neue unerwartete Äußerungen von US-Präsident Donald Trump die Risikobereitschaft weltweit belastete und eine Kaskade automatischer Verkäufe auslöste. Solche Liquidationen entstehen, wenn hoch gehebelte Trader – also Anleger, die mit geliehenem Kapital handeln – durch sinkende Kurse zwangsweise aus ihren Positionen gedrängt werden.
Der Markt wurde durch zwei Phasen getroffen: zunächst ein makroökonomisch ausgelöster Abverkauf, anschließend eine "vollständige Liquidationskaskade, die Milliarden an gehebelten Positionen vernichtete", wie Hex-Trust-Chef Alessio Quaglini sagte. Er betonte: "Dies ist eine Liquiditätskorrektur, kein Verlust des Vertrauens in den Vermögenswert." Dennoch fehlt seit dem Crash vom 10. Oktober die Marktbreite, sodass schon kleine Orders zu deutlichen Preisschwankungen führen.
Institutionelle Investoren, die Bitcoin lange gestützt haben, ziehen Kapital ab. ETFs hatten zuvor mehr als 25 Milliarden US-Dollar eingesammelt und Bitcoin als Absicherung gegen Inflation und politische Risiken positioniert. Dieses Narrativ bröckelt nun. "Der allgemeine Markt ist risikoscheu", zitiert CNBC Matthew Hougan von Bitwise. Auch Analyst Jake Kennis verweist auf Gewinnmitnahmen, Kapitalabflüsse und Unsicherheit: "Der Ausverkauf ist eine Kombination aus Gewinnmitnahmen durch Long-Term Holders, institutionellen Abflüssen, makroökonomischer Unsicherheit und dem Auslöschen von gehebelten Long-Positionen."
Parallel verschärfen schwache Liquidität und makroökonomische Gegenwinde den Druck. Die Hoffnung auf eine Zinssenkung der US-Notenbank schwindet, während der US-Government-Shutdown wichtige Wirtschaftsdaten verzögert hat. Laut Tim Sun von HashKey trifft das besonders börsengehandelte Bitcoin-Fonds: "Die Straffung der makroökonomischen Liquidität ... hat die institutionellen Zuflüsse erheblich verlangsamt." Ether, die zweitgrößte Kryptowährung, hat seit August über 35 Prozent verloren.
Viele Anleger fürchten zudem, dass sich der historische Vierjahreszyklus des Bitcoin-"Halvings" wiederholt, in dem auf Preisspitzen oft tiefe Korrekturen folgen. "Sie wollen keinen weiteren Rückgang um 50 Prozent erleben. Die Leute greifen dem vor, indem sie aus dem Markt aussteigen", sagte Hougan. Andere warnen vor tieferen Kursen: "Wir müssen ehrlich sein: Diese Korrektur ist möglicherweise noch nicht vorbei ... wir könnten leicht wieder die 70.000-Dollar-Marke testen", befürchtet Quaglini.
Trotzdem sehen manche langfristige Chancen. Hunter Horsley von Bitwise meint: "Eine Möglichkeit, die aktuellen Preise zu betrachten, ist, dass sie einen vernünftigen Einstiegspunkt darstellen ... die Konstellation ist in der Tat recht konstruktiv." Auch Analysten wie Derek Lim verweisen darauf, dass globale Liquidität ein entscheidender Treiber bleiben dürfte – und sich verbessern könnte.
Der Markt braucht nun klare Signale. Bis dahin bleibt Bitcoin ein Risiko-Asset, dessen Kurs stark von Politik, Liquidität und Anlegerstimmung abhängt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

