Bären am Zug
Altcoins bluten: ETH und SOL rutschen immer weiter
Der Altcoin-Markt rutscht tief ab, während massive ETF-Abflüsse und schwindende Liquidität die Angst vor einer anhaltenden Bärenphase deutlich verstärken.
- Altcoin-Markt bricht ein, Bitcoin unter 95.000 USD.
- Massive ETF-Abflüsse verstärken Bärenmarkt-Angst.
- Langfristige Halter und Retail-Anleger bleiben passiv.
- Report: Renditeturbo 2026 –
Die jüngste Verkaufswelle an den globalen Finanzmärkten hat die Kryptoindustrie mit voller Wucht getroffen. Nachdem die Stimmung an den US-Techbörsen abrupt drehte und institutionelle Anleger ihre Risikoexponierung reduzierten, brach Bitcoin unter die Marke von 95.000 US-Dollar ein. Bitcoin hat inzwischen den gesamten 30-Prozent-Anstieg verloren, den er zu Beginn des Jahres verbucht hatte.
Ethereum und Co. verlieren zweistellig
Gleichzeitig weitete sich der Abverkauf bei großen Altcoins aus – manche verloren innerhalb einer Woche zweistellig. Ether fällt am Montag auf 3.182 US-Dollar und verliert damit rund 12 Prozent innerhalb einer Woche. XRP sinkt um 9,2 Prozent auf 2,25 US-Dollar, während BNB 7,8 Prozent einbüßte und auf 932 US-Dollar zurückfällt.
Besonders heftig traf es Solana: Der SOL-Token bricht innerhalb einer Woche um 16,5 Prozent ein und rutschte auf 140 US-Dollar. Dogecoin gibt um 11,3 auf 0,161 US-Dollar nach, Cardano fällt auf 0,491 US-Dollar mit dem größten Wochenminus von 17,2 Prozent unter den Top-Kryptowährungen (Stand:10:30 Uhr MESZ).
ETF-Zuflüsse trocknen aus – Marktstruktur kippt
Die Kapitalflüsse in Krypto-ETFs haben sich stark gedreht. ETF-Zuflüsse in Bitcoin-Fonds gingen nun die zweite Woche in Folge zurück, langfristige Halter reduzierten ihre Positionen schneller als zuletzt, und die Aktivität kleiner Privatanleger bleibt verhalten. Allein in der vergangenen Woche wurden laut Daten von Coinmarketcap rund 605 Millionen US-Dollar netto abgezogen. Über die letzten drei Monate verbuchen Krypto-ETFs Abflüsse auf 73,4 Millionen US-Dollar.
Institutionelle Zuflüsse hatten in der Vergangenheit häufig Tiefpunkte abgefedert. Nun entsteht eine Lücke, die sich auch im Orderbuch und in sinkender Marktbreite bemerkbar macht.
Schwäche bei Long-Term Holdern, Retail bleibt passiv
Langfristige Halter reduzierten zuletzt ihre Positionen zusehends – ein weiterer Hinweis auf nachlassende Überzeugung bei Marktteilnehmern, die sonst Stabilität bieten. Gleichzeitig bleibt der Retail-Sektor ungewöhnlich ruhig: Transaktionsvolumen und Spot-Nachfrage kleiner Anleger liegen weiter unter den Niveaus der Vormonate.
Die Forschungsfirma 10x sieht die Kombination dieser Faktoren als Bestätigung, dass der Markt in eine Bärenphase eingetreten ist. Besonders kritisch sei der gleichzeitige Rückzug von Fonds, Unternehmen und ETF-Emittenten, was der gesamten Marktstruktur den Boden entziehe.
Händler rechnen mit gedämpfter Aktivität
BTSE-COO Jeff Mei zufolge kalkuliert der Markt inzwischen die Möglichkeit ein, dass die US-Notenbank im Dezember geplante Zinssenkungen aussetzen könnte – besonders da wichtige Konjunkturdaten nach dem jüngsten Regierungsstillstand verspätet erwartet werden. Ohne einen klaren makroökonomischen Auslöser sei daher mit verhaltenem Handel zu rechnen.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

